Beiträge von Schorsch

    Hallo VRCC Gemeinde,

    das Jahr neigt sich seinem Ende zu und die Weihnachtszeit naht mit riesigen Schritten:xmas:.

    Corona hat uns auch in diesem Jahr etliche Einschränkungen gebracht aber trotzdem möchten wir, die Fähre Langel, eine kleine Weihnachtsfeier durchführen.

    Keine große Veranstaltung mit Musik und Tanz, sondern eher ein gutes Abendessen und ein paar schöne Stunden in gemütlicher Runde miteinander verbringen.


    :xmas2:Wann?: am 18.12.2021 ab 18.00Uhr

    :xmas2:Wo?: im „Cafe Hubraum“ , Kolfurther Str.30, 42651 Solingen


    Wer mit uns gemeinsam das Jahr ausklingen lassen möchte, melde sich bitte bis zum 21.11.2021 mit einer PN bei Willes an. Bitte Personenanzahl angeben.

    :stop:Hinweis zu den z.Z. gültigen Corona Schutzmaßnahmen.

    - Es gilt die 3G Regel.

    - Ungeimpfte müssen einen Test vorlegen, der nicht älter als 6 Std. ist.


    Gruß

    Schaffen wir es wirklich nicht die Fotos Filme auf einen Server vom Forum zu laden. Das jeder einfach Bilder einstellen kann. Und die dann auch für uns immer zu Verfügung stehen. Es ist schade wenn Bilder nicht mehr da sind wie bei Georgs Island Reisen, oder der schmarn von Berni hinter einem Super Film die ganze Freude kaputt macht.

    Hallo Georg,


    Bilderalben können wir hier im Forum einfügen. Habe das gerade nochmal selber ausprobiert.


    Wenn ich den Mauszeiger auf Galerie setze, geht ein Untermenü auf. Dort klicke ich auf Alben und kann dann der Anweisung folgend ein neues Album anlegen. Man kann selber bestimmen, wer dieses Album sehen kann.


    Die Bilder dürfen die Dateiendungen gif, jpg, jpeg, png besitzen und sie dürfen maximal 3 MB groß sein. Die minimale Bildgröße beträgt 400×300 Pixel und die maximale Größe beträgt 3.000×3.000 Pixel. Bilder können außerdem als Zip-, Tar- und Gzip-Archiv hochgeladen werden.

    Jeder Nutzer hat ca. 100 MB Datenvolumen zur verfügung bzw. Platz für ca. 100 Bilder.

    Das ist z.Z. zwar nicht riesig viel Speicherplatz, aber vieleicht kann man da ja in naher Zukunft etwas dran ändern.


    Videos können meines Wissens nach leider noch nicht hinterlegt werden.


    Zur Änderung von Bildgrößen (Formatänderung) habe ich ja schon etwas in einem anderen Beitrag geschrieben.


    LG


    Es ist ist zwar ein klein wenig Arbeit, aber ich glaube jeder der hier einen Beitrag schreiben kann, kann auch ein Fotoalbum anlegen.

    Liebe VRCC Gemeinde,


    ein Jahr mit vielen positiven, aber auch einigen negativen Ereignissen neigt sich dem Ende.

    Wir, der Stammtisch Fähre Langel, möchten mit Euch zusammen das Jahr mit einem Adventskalender ausklingen lassen.


    Vom 01. Dezember bis zum 24. Dezember werden wir hier täglich in der Zeit zwischen 17:00 und 18:00 Uhr ein Bild mit einer Frage einstellen. Derjenige, der zu diesem „Türchen“ als erster die richtige Antwort gibt, bekommt einen kleinen Preis in Form eines Gutscheines, der auf unserer Veranstaltung „20 Jahre Fähre Langel“ einlösbar ist.


    Macht alle fleißig mit, es lohnt sich.


    Wir wünschen allen eine schöne Vorweihnachtszeit.

    :xmas1:

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    30. Juni 2019

    Die Rückreise



    von Eidi nach Torshaven und mit der Fähre zurück nach Dänemark



    Das Wetter hat sich nicht wirklich verändert. Der Sturm hat zwar etwas nachgelassen, aber der Regen hat dafür ordentlich zugelegt und nur dank dem High Tec Gewebe meines Zeltes bin ich noch trocken. Denn obwohl ich das Gefühl habe auf einem Wasserbett unter einem Wasserfall zu liegen, hat weder der Boden noch die Außenhaut des Zeltes auch nur die geringste Menge Feuchtigkeit durchgelassen.

    Laut Wetterbericht soll es erst heute Nachmittag aufklaren und trockener werden. Und damit ist für mich klar, auch heute gibt es keine große Tour mehr, die Färöer wollen mich anscheinend nicht.


    Ich muss zwar erst um 21:30 Uhr zum Einchecken in Torshavn am Fähranleger sein, werde mich aber auch erst am Nachmittag auf den Weg dorthin begeben. Die Färöer sind zwar Landschaftlich reizvoll und bei gutem Wetter sicher auch sehenswert, aber mir fehlt heute einfach der nötige Antrieb um mich bei diesem Wetter auf Tour zu begeben.


    Was sagt Wikipedia doch gleich zum Klima der Färöer:


    „Die Luft ist meist klar, und es weht oft ein frischer Wind (meist aus Südwest). Auf Sturm und Regen muss man eingestellt sein, doch es gibt selten gänzlich verregnete Tage. Gelegentlich wird die Inselgruppe von den Ausläufern tropischer Wirbelstürme erreicht, …....“


    Ein bisschen genervt gehe ich zum Küchengebäude und Frühstücke erst einmal.


    Gegen 15:00 Uhr habe ich alles verladen und mache mich auf den Weg. Das Wetter ist wieder besser geworden und ich entschließe mich, mir das Städtchen Torshavn etwas genauer anzuschauen.

    Für die knapp 60 Kilometer brauche ich etwas mehr als eine Stunde.





    Ich fahre ein paar mal kreuz und quer durch die Stadt, stelle dann BigBlue am Hafen ab und begebe mich zu Fuß auf Erkundungstour.




    900 PS an einem Schlauchboot……..alter Schwede!











    In einem netten Lokal gönne ich mir ein super leckeres Essen und ein gezapftes Bier.



    Und hier endet mein Reisebericht dann auch. Um 23:30 Uhr wird die Fähre nach Dänemark auslaufen und dort am 02. Juli 2019 gegen 09:30 Uhr anlegen. Von dort aus werde ich noch etwa eine Woche durch Dänemark und Deutschland cruisen und damit auch diese Reise ausklingen lassen.


    Ich hoffe, der Bericht hat Euch gefallen und ich kann Euch nur empfehlen, macht Euch auf den Weg.



    Gefahrene km: 78, Kilometer gesamt: 5123

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    29. Juni 2019

    Auf den Färöer, Tag 24



    Eidi (Ruhetag)


    Als ich heute Morgen aufwache, tobt draußen ein gewaltiger Sturm. Der Wind drückt so heftig auf die Zelthaut, das sie mir beinahe ins Gesicht gepresst wird. Gott sei Dank habe ich gestern noch die Sturmleinen gespannt, das war wohl innere Eingebung.

    Trotzdem muss ich raus und das Zeltgestänge irgendwie zusätzlich entlasten. Für den Notfall habe ich zwar ein Ersatzgestänge dabei, aber ich will es erst gar nicht zum äußersten kommen lassen.


    Da ich derartiges Wetter bzw. solche starken Stürme in Island erwartet hatte, habe ich mir im Vorfeld einige zusätzliche Sturmleinen vorbereitet, die ich mit kleinen Karabinerhaken sehr schnell an den am stärksten belasteten Stellen am Zelt anbringen und dadurch die extreme Windlast vom Zeltgestänge nehmen kann.

    Der starke Regen hat nun auch die letzten halbwegs trockenen Bereiche des Platzes in einen einzigen Sumpf verwandelt und ich muss die Sturmleinen mit extra langen Erdnägeln in dem morastigen Boden befestigen um sicheren Halt zu gewährleisten. Zusätzlich tausche ich auch die gestern angebrachten Erdnägel gegen die speziellen Sturmnägel aus. Sicher ist sicher.

    Beruhigt verkrieche ich mich ins Zeltinnere und schlafe noch eine Runde.



    Zwei Stunden später stehe ich endgültig auf. Der Sturm hat nochmals an Stärke zugelegt und das Material wird arg in Anspruch genommen. Aber es hält (hoffentlich).


    Zum Kaffeekochen nutze ich heute morgen aber lieber das Küchengebäude des Campingplatzes, das erscheint mir sicherer.

    Während das Kaffeewasser auf der Herdplatte heiß wird, schaue ich mir den Wetterbericht für den heutigen Tag an und schnell muss ich erkennen, das es Heute für mich keine weitere Rundfahrt auf den Färöer geben wird.

    Sturm und Regen sollen heute den ganzen Tag die Oberhand haben und ich muss das Schicksal nicht unbedingt herausfordern.


    Also verbringe ich den Tag mit Tagebuchschreiben, Lesen und Schlafen.


    Weil ich bei diesem Sauwetter nicht zum Einkaufen komme, gibt es zum Abendessen Spagetti mit Gulasch aus der letzten Notfallkonserve die ich noch mitführe.




    Das ist zwar nicht unbedingt ein Gourmet – Abendessen, aber es ist eigentlich ganz Schmackhaft und macht ordentlich satt.



    Gefahrene km: 0, Kilometer gesamt: 5045

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    28. Juni 2019

    Auf den Färöer, Tag 23



    von Torshaven nach Eidi



    Um 02:00 Uhr muss ich meine Kabine verlassen. Der Kapitän hat die Stunde Verspätung wieder hereingefahren und das Anlegen in Torshavn wird für pünktlich 03:00 Uhr angezeigt.

    Leider wird den Passagieren die in Torshavn das Schiff verlassen, keine Möglichkeit geboten, einen Kaffee oder ähnliches zu bekommen und mein Gaskocher, Kaffeepulver und Tasse befinden sich in einer Packtasche am Motorrad aber das Car-Deck ist noch fest verriegelt und verrammelt.

    Das ist ein sch… Service.


    Nach dem Anlegen geht dann alles sehr schnell. Da ich in Seydisfjördur als einer der letzten an Bord gefahren bin, kann ich BigBlue schnell vom Verzurrmaterial befreien und ich mogele mich einfach in die Reihen der schon abfahrenden Pkw´s und Wohnmobile ein.

    Einer der Einweiser schaut zwar etwas verdutzt als ich kurz Hupe und an ihm vorbei fahre, aber ich lasse mich nicht aufhalten. Ich will so schnell als möglich weg vom Tross der jetzt von der Fähre fließt und in kürzester Zeit den Verkehr in dem Städtchen Torshavn lahmlegen wird.

    Am Zoll werde ich unbeachtet durchgewunken.


    Kurze Zeit später der erste Stau. Eine ganze Kolonne Wohnmobile stehen Dicht an Dicht in einer unübersichtlichen Linkskurve vor der Einfahrt zum Campingplatz Torshavn.

    Ich setze den Blinker links und ziehe an der Kolonne vorbei. Wer soll mir hier schon an einem Freitag Morgen um halb vier entgegen kommen. Ich will weg von Torshavn und Umgebung. Hier auf den Färöer gibt es nur eine Handvoll Campingplätze, und die werden gleich ganz schön voll werden.

    Ich will soweit es geht in den Norden, nach Eidi und hoffe, das nicht zu viele den gleichen Gedanken hatten.


    Auf meinem Navi habe ich leider kein Kartenmaterial von den Färöer und auf der Karte sind bei den Lichtverhältnissen die einzelnen Straßen in Torshavn nicht zu unterscheiden. Und so passiert, was passieren muss.

    Anstatt auf die 10 Richtung Norden zu fahren, habe ich mich in einem Kreisverkehr wohl einmal verhaspelt und bin nach Westen aus der Stadt heraus gefahren. Das merke ich erst, als ich ein Hinweisschild zur 50, der alten Passstraße die nach Norden führt sehe.

    Da ich nicht wieder durch die Stadt zurück fahren will, entschließe ich mich der 50 weiter über den Pass nach Norden zu folgen. Und mit dieser Entscheidung fahre ich in den dichtesten Nebel, den ich jemals erlebt habe.


    Ich habe den höchsten Punkt noch nicht erreicht, als ich in eine Nebelwand hinein fahre, die um mich herum alles schluckt. Ich sehe absolut nichts mehr. Keine Fahrbahnmarkierung, keine Leitplanken, alles nur noch grau in grau. Selbst das Standlicht blendet so stark, das ich es Zeitweise komplett ausschalten muss um überhaupt noch einen Hauch von Orientierung zu behalten.


    Ich schleiche mit schleifender Kupplung im ersten Gang und mit den Füßen auf dem Boden Meter für Meter durch diese Suppe.

    Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder aus diesem Nebel heraus fahre, bin ich nassgeschwitzt. Purer Angstschweiß.




    Gegen 06:00 Uhr erreiche ich das Örtchen Eidi.


    Mittlerweile ist es Taghell geworden und ich finde den Campingplatz recht schnell. Das Problem ist allerdings, das dieser Campingplatz eigentlich nur für Wohnwagen und Wohnmobile ausgelegt ist. Zeltplätze gibt es nur sehr wenige auf einer Hangwiese neben dem eigentlichen Platz. Diese Wiese ist an den meisten Stellen so sumpfig und nass, das es fast eine halbe Stunde dauert, bis ich ein halbwegs trockenes Plätzchen finde, an dem ich mein Zelt aufbauen kann.



    Normalerweise hätte ich diesem Platz sofort wieder den Rücken gekehrt und mir etwas anderes gesucht. Aber wie gesagt, auf den gesamten Färöer gibt es nur eine Handvoll Campingplätze und so muss ich mich mit dem zufrieden geben, was zur Verfügung steht.

    BigBlue muss diese Nacht 100 Meter von mir entfernt schlafen, aber das wird sie wohl verkraften.



    Nachdem ich das Zelt aufgebaut habe, gönne ich mir einen ordentlichen Kaffee und mache mich danach auf den Weg um die Inseln ein wenig zu erkunden.



    Es gibt nicht viele Straßen und Wege die ich mit BigBlue befahren kann, das gesamte Straßennetz der Färöer umfasst nur etwa 500 Kilometer Landstraße und nochmals ca. 500 Straßenkilometer innerhalb von Ortschaften.


    Die Landschaft ist mit saftigen grünen Wiesen eingedeckt ansonsten aber fast völlig Baum- und Strauchlos. Die Örtchen mit ihren bunten Häusern sehen in dem Grün wie Farbkleckse aus.


    Hier nun einige Bilder der heutigen Inselrundfahrt


















    Zum Abendessen gibt es heute ein ordentliches Kotelett und ein paar Grillwürstchen mit frischem Brot.




    Gefahrene km: 349, Kilometer gesamt: 5045

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    27. Juni 2019

    Auf See, Tag 22



    von Seydisfjördur nach Torshaven (Färöer)



    Heute morgen fällt mir das Aufstehen deutlich schwerer wie sonst. Der Kopf brummt ein wenig, vermutlich war eines der Bierchen gestern Abend wohl schlecht. Aber es hilft nichts, um 09:30 Uhr muss ich am Check In Schalter am Fähranleger sein. Die Fähre, die mich auf die Färöer bringen wird.


    Der Anleger liegt direkt gegenüber des Campingplatzes, also keine langen Wege. Die Zeit reicht noch für einen Frühstückskaffee.

    Jörn und Katja sitzen schon an dem Holztisch vor ihrem Zelt und ihr Kaffeewasser kocht schon.


    Ich baue mein Zelt ab und verpacke meine Ausrüstung. Die morgendliche Dusche entfällt heute, nachdem ich einem kurzen Blick auf die lange Schlange von Campern vor dem Sanitärgebäude geworfen habe. Auf der Fähre habe ich eine Kabine und duschen kann ich dort so lange ich will.


    Also setze ich mich mit an den Tisch, brühe mir einen Kaffee auf und ertränke damit das kleine, widerliche Männchen mit dem Hammer in meinem Kopf.


    Pünktlich um 09:30 Uhr stehe ich am Check In und werde nach kurzer Überprüfung meiner Reiseunterlagen in eine Nebenstraße geschickt um dort auf die Verladung zu warten.





    Der gesamte Anlegerbereich ist schon mit hunderten Pkw´s, Wohnmobilen, Lkw´s und Motorrädern belegt. Es ist unglaublich, was für eine Menge Fahrzeuge in dem Bauch dieser Fähre Platz finden und das Verladen ist so etwas wie Tetris für Experten.

    Leider werden die Fahrzeuge, die auf den Färöer von der Fähre abfahren, hier als letztes beladen und so heißt es erst einmal warten.


    Jörn, Katja, Einar, Timo (von links)



    Um 12:00 Uhr ist es endlich soweit, ich kann auf die Fähre auffahren und BigBlue verladen. Das Gepäck verbleibt am Fahrzeug, lediglich meinen Tankrucksack mit meinen Wertsachen nehme ich mit und mache mich auf die Suche nach meiner Kabine.


    Als die MS Norröna mit einer Stunde Verspätung um 13:30 Uhr ablegt, sitze ich mit Jörn und Katja in der Sky-Bar und wir trinken unser erstes Eincheck-Bier.





    Ein paar Stunden und Bierchen später verabschiede ich mich in meine Kabine, stelle meinen Wecker auf 01:30 Uhr, lege mich in die Koje und falle direkt in Tiefschlaf.




    Gefahrene km: 0, Kilometer gesamt: 4696

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    26. Juni 2019

    Auf Island, Tag 21



    von Eskifjördur nach Seydisfjördur




    Heute morgen bin ich schon früh auf den Beinen. Der Ruhetag gestern hat meine Lebensgeister wieder geweckt und der Wetterbericht sagt auch für den heutigen Tag gutes Wetter voraus. Ich habe also alle Zeit dieser Welt um mich auf die letzte Etappe meiner Island-Rundreise zu begeben und die letzten 75 Kilometer zurück zum Ausgangspunkt, nach Seydisfjördur, zurückzulegen. Ich will möglichst früh auf dem dortigen Campingplatz ankommen, da ich aus verschiedenen Reiseberichten erfahren habe, das dieser Platz am Abend vor der Abreise immer völlig überlaufen ist.

    Morgen früh geht es dann von dort aus mit der Fähre auf die Faeroer.


    Ich genieße meinen Frühstückskaffee und verlade anschließend in aller Ruhe meine Ausrüstung.

    Um 08:45 Uhr starte ich BigBlue und mache mich auf den Weg.






    Eine Stunde später fahre ich in Egilsstadir an einem ansprechenden Diner vorbei und ich entschließe mich, mir heute mal ein ordentliches Frühstück zu gönnen.



    Das Diner ist im amerikanischen Stil der 50er / 60er Jahre eingerichtet und bietet eine umfangreiche Frühstückskarte an. Ich entscheide mich für Pancakes mit Ahornsirup und Bacon.





    Es ist eine gute Portion die ich vorgesetzt bekomme und es schmeckt mir ganz vorzüglich. Zwei Kaffee später mache ich mich wieder auf den Weg.


    Es sind nun keine 30 Kilometer mehr bis Seydisfjördur und ich brauche eigentlich nur noch den Pass zu überqueren um am Ziel zu sein.

    An einem Steilstück des Passes nehme ich zwar die Schafe links der Straße war, bin aber mit meinen Gedanken schon bei dem morgigen Tag und bei dem was mich wohl auf den Faeroer erwartet. Wie aus dem nichts springt plötzlich ein Lamm von rechts aus dem Straßengraben hervor, bleibt keine 10 Meter vor mir auf der Fahrbahn stehen um dann nach links zu den anderen Schafen zu rennen.

    Ich lege eine Vollbremsung auf den Asphalt, ziehe BigBlue nach links und komme quer zur Fahrbahn zum stehen. Allerdings ist durch das querstellen an diesem Steilstück nun mein linkes Bein zu kurz um die Dicke zu halten.

    Ich habe keine Chance, ich muss sie ablegen.


    Ich kann es nicht fassen, am letzten Tag auf Island, auf asphaltierter Straße liegt BigBlue vor mir. Es ist nichts passiert, keine Kratzer oder Beulen oder ähnliches, ich habe sie nur langsam auf die Seite legen müssen weil ich sie in dem Winkel einfach nicht halten konnte.

    Ein isländischer Autofahrer der unmittelbar hinter mir fuhr und die ganze Situation gesehen hat, eilt mir sofort zur Hilfe. Gemeinsam richten wir BigBlue wieder auf und ich bedanke mich recht herzlich für seine Hilfe. Mehrfach erkundigt er sich, ob mit mir alles in Ordnung sei und ich kann ihm versichern, das ich bis auf einen kleinen Knick in meinem Stolz nichts abbekommen habe.


    Das hätte nicht sein brauchen, wenn ich voll konzentriert beim Fahren gewesen wäre. Ich hätte das Lamm auf der rechten Seite sehen müssen, war aber mit meinen Gedanken schon auf der Fähre oder sonst wo. Alles ist gut gegangen, aber es zeigt mir einmal mehr auf, wie wichtig ein klarer Kopf beim Motorradfahren ist.


    Auf dem etwas mehr als 600 Meter hohen Pass scheint ein anderes Klima zu herrschen. Hier oben ist es bitter kalt und der Heidarvatn liegt noch unter einer dicken Eisschicht, aber heute ist es wenigstens nicht nebelig wie an meinem Ankunftstag vor 14 Tagen. Man hat von dem Pass aus einen schönen Ausblick auf das Städtchen Seydisfjördur.






    Eine halbe Stunde später stehe ich an der Rezeption des Campingplatzes. Der Platz ist jetzt schon mehr als gut belegt und ich bin froh, so früh hier zu sein um mir noch einen halbwegs vernünftigen Platz zu ergattern.


    Abends sitze ich mit Katja und Jörn, zwei coolen Gespannfahrern aus Homburg, sowie mit Timo, Thomas und Einar bei ein paar Bierchen zusammen und wir unterhalten uns über die Eindrücke, die wir in den letzten zwei Wochen erleben durften. Wir sprechen über endlose Kilometer auf Schotterpiste, über Gletscher und kochende Geysiere, über Lavafelder und grandiose Wasserfälle und über freundliche und hilfsbereite Menschen die wir kennenlernen durften.


    Erst nach Mitternacht legen wir uns in unsere Zelte und verbringen unsere letzte Nacht auf Island, dieser Insel aus Feuer und Eis.




    Gefahrene km: 75, Kilometer gesamt: 4696

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    25. Juni 2019

    Auf Island, Tag 20



    Eskifjördur (Ruhetag)




    Es ist später Vormittag als ich aus dem Tiefschlaf erwache. Ich habe mehr als 16 Stunden am Stück geschlafen, ein Zeichen dafür, das ich erschöpfter bin wie ich mir das selber eingestehen will.

    Eigentlich will ich den heutigen Tag noch für einen kleinen Abstecher ins Hochland nutzen, aber ein Blick aufs Wetterradar rät mir davon ab. Westlich von meinem jetzigen Standort sind für den gesamten Nachmittag Regenfälle vorhergesagt.


    Also kann es heute solange es will im Hintern kribbeln, heute lege ich den vermutlich schon lange fälligen Ruhetag ein. Schon gestern habe ich während der Fahrt immer wieder festgestellt, das ich müde wurde und ich will nicht einen schönen Urlaub mit einem Unfall beenden, der durch einem Sekundenschlaf oder durch Unachtsamkeit hervor gerufen wird.


    Ich krieche aus dem Zelt, freue mich über einen weiteren schönen Tag und genieße eine lange, ausgiebige Dusche. Nach dem Frühstückskaffee mache ich eine Wanderung zu dem nahegelegenen Wasserfall und verbringe den Rest des Tages mit Faulenzen, Lesen und dem Schreiben meines Tagebuchs. Bis auf eine kurze Fahrt zum Supermarkt hat auch BigBlue heute frei.















    Gefahrene km: 5, Kilometer gesamt: 4621

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    24. Juni 2019

    Auf Island, Tag 19



    von Eyjolfsstadir nach Eskifjördur (Ostfjorde)



    Ich verlasse Eyjolfsstadir heute morgen nachdem ich etwas Sonne getankt und mich bei Wolf und Bine verabschiedet habe. Wir werden uns auf der Fähre und vermutlich auch auf den Faeroer wiedersehen.




    Ich folge der Ringstraße in Richtung Ostfjorde und muss nun auch hier noch ein paar Kilometer auf Schotter fahren, denn die Ringstraße ist hier im Südosten Islands auf einem Abschnitt nicht mit Asphalt belegt. Aber darüber verschwende ich mittlerweile keinen Gedanken mehr. Das Fahren auf Schotterpiste ist für mich hier zur Routine geworden.




    Heute habe ich nur ein sehr kurzes Stück zu fahren und um so mehr genieße ich bei dem schönen Wetter die Ausblicke, die mir das Land bietet.



    Immer wieder lege ich kurze Pausen ein um diese wunderschöne Landschaft in vollen Zügen zu genießen. Das Ende meiner Islandreise rückt immer näher und das stimmt mich ein wenig traurig.



    In Faskrudsfjördur lege ich eine Kaffeepause ein und tanke BigBlue auf. Dabei fällt mir auf, das sie einen leichten Schaden am linken Gabelholm abbekommen hat. Nichts schlimmes, aber sie verliert minimal Öl aus dem Dämpfer. Bei der extremen Belastung der letzten 14 Tage eine vergleichsweise geringe „Verletzung“, aber ich werde ein Auge darauf halten müssen.


    Weil es noch sehr früh am Tag ist, entschließe ich mich, die 1 zu verlassen und über die 955 entlang der Fjordküste weiterzufahren.



    Auf den folgenden 50 Kilometern Nebenstrecke bin ich mal wieder völlig allein unterwegs und auch den auf Island allgegenwärtig vorkommenden Schafen scheint hier ein einsamer Motorradfahrer völlig schnuppe zu sein. Sie bleiben entweder stur auf der Straße liegen, oder sie stürmen in Harakiri – Manier völlig unberechenbar aus den Straßengräben auf die Fahrbahn.






    Gegen 15:45 Uhr komme ich an meinem heutigen Etappenziel, Reydarfjördur, an und suche den Campingplatz auf. Eigentlich bin ich müde und wäre froh, wenn ich mich ins Zelt verkriechen könnte, aber der Campingplatz entspricht nicht meinen Erwartungen. Die Rasenflächen sind extrem schlecht und der Platz liegt direkt an der Straße. Hier möchte ich nicht bleiben, also suche ich in der Karte nach einem anderen Platz in der Nähe.

    Nach Egilsstadir möchte ich eigentlich noch nicht und so bleibt mir nur über die 92 weiter nach Osten, nach Neskaupstadur, zu fahren und den dortigen Campingplatz aufzusuchen. Das sind noch ca. 30 Kilometer und es ist eine Sackgasse, denn in Neskaupstardur endet die Straße.





    Bei einer Zigarette wecke ich noch mal meine Lebensgeister und mache mich auf den Weg.

    Nach etwas mehr als 10 Kilometern erreiche ich das Örtchen Eskifjördur und sehe im vorbeifahren ein kleines Schild, das auf einen Campingplatz hinweist. Ich folge der Ausschilderung und finde einen winzig kleinen, aber sehr schönen, in einem kleinen Wäldchen (ja, mit richtigen Bäumen) gelegenen Campingplatz. Schnell ist die Entscheidung gefallen und ich baue mein Nachtlager heute hier auf.



    BigBlue müsste eigentlich etwas entfernt auf dem Parkplatz übernachten, aber da niemand anderes hier ist, nehme ich sie einfach heimlich mit und stelle sie neben dem Zelt ab.



    Wer sollte da schon etwas gegen haben?


    Das Abendessen ist heute schnell zubereitet, es gibt Cordon Bleu mit Ananas und einer höllisch scharfen Soße.



    Um 17:30 Uhr liege ich im Schlafsack und bin ruck zuck im Land der Träume.



    Gefahrene km: 163, Kilometer gesamt: 4616

    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    23. Juni 2019

    Auf Island, Tag 18



    von Svinafell nach Eyjolfsstadir



    Es ist 09:00 Uhr und die Sonne hat das Zelt schon mächtig aufgewärmt. Ich spiele mit dem Gedanken, heute hier einen Ruhetag einzulegen. Dadurch das ich in der ersten Woche keinen Ruhetag eingelegt und vorgestern meine geplante Übernachtung am Geysir ausgelassen habe, liege ich meinem Zeitplan zwei Tage voraus.


    Also lasse ich es heute ganz gemütlich angehen und suche mir einen Tisch mit Sitzbank in der Sonne aus, koche mir meinen Kaffee und schaue dem emsigen Treiben der anderen Camper zu. Die lange Schlange vor den Duschen ignoriere ich, denn warmes Wasser gibt es hier auch Mittags noch in Hülle und Fülle, da brauche ich mir keine Gedanken zu machen.

    Ein paar Scheiben Brot, mit Käse und Salami belegt, komplettieren mein Frühstück unter freiem Himmel.



    Gegen 10:00 Uhr kehrt Stille auf dem Platz ein, fast alle Camper haben den Platz nun wieder verlassen. Nur eine Gruppe Franzosen beladen noch ihren gemieteten Renault Trafic mit einer Unmenge von Campingutensilien und insgeheim frage ich mich, wie sie wohl all dieses Zeug nach Island geschafft haben.

    Eine Stunde später bin ich fast allein auf dem Campingplatz und es dauert nicht lange, da überfällt mich wieder dieses Kribbeln im Hintern. Will ich wirklich den Tag bei diesem herrlichen Wetter auf dem Campingplatz verbringen?

    Nein, das schaffe ich nicht. Diesen Ruhetag habe ich eingeplant, um einen Zeitpuffer bei extrem schlechter Witterung, bei einer Panne am Motorrad oder bei körperlicher Erschöpfung zu haben.

    All dieses trifft auf den heutigen Tag nicht zu. Also verpacke ich meine Habseligkeiten und begebe mich auf die Strecke. Wenn das Wetter die nächsten Tage so bleibt, und der Wetterbericht verspricht das, kann ich meine Reiseplanung um Plan C erweitern und mir noch Ausgiebig die Ostfjorde und auch vielleicht noch ein Stück Hochland anschauen.


    Nach ca. 50 Kilometern erreiche ich die Stelle, an der eine Gletscherzunge große Eisbrocken ins Meer abwirft.




    Diese „kleinen Eisberge“ haben beeindruckende Farben. Von Glasklar über Schneeweiß bis hell Blau ist alles dabei. Auf einigen liegt noch die Asche vom letzten Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010.





    Wenn man mit eigenen Augen sieht, wie viel Eis dieser Gletscher jeden Tag verliert, stellt man sich schon die Frage, wie lange es noch dauert, bis diese Eisgiganten von unserer Erde verschwunden sind. Nachdenklich mache ich mich wieder auf den Weg.


    Nach 35 Kilometern auf der Ringstraße führe ich einem kurzen aber heftigen Abstecher über die F985 zum Fuße des Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands, durch. Die 18 Kilometer lange Schotterpiste führt in engen Serpentinen von Meereshöhe auf 840 Meter Höhe und endet kurz vor dem Gletscher.






    Es ist ungemütlich kalt hier oben und so genieße diesen herrlichen Ausblick nur kurze Zeit und begebe mich dann auf den Rückweg.


    Im Städtchen Höfn tanke ich BigBlue auf und kaufe für den Abend ein. Hinter Höfn durchquere ich einen Tunnel und beim herausfahren bläst mir ein kräftiger, warmer Wind ins Gesicht. Das Thermometer klettert schnell auf mehr als 24 Grad C.



    Ich folge der Ringstraße weiter nach Nord-Osten und entferne mich damit immer weiter von der Wetterküche der Gletscher.

    Das Meer liegt tiefblau eingefärbt an meiner rechten und schroffes Felsgestein an meiner linken Seite. Genau das, was ich so liebe.




    Mittlerweile hat der Wind kräftig zugelegt und zerrt und ruckt sehr heftig an BigBlue und mir. Einige Wohnwagengespanne haben den Kampf mit dem Wind schon aufgegeben und stehen auf den sehr begrenzten Parkflächen entlang der Straße. Andere ziehen mit Tempo 30 und extrem aufschaukelnden Wohnwagen weiter ihrem Ziel entgegen.



    Es ist mittlerweile kurz nach 18:00 Uhr als ich hinter dem Örtchen Djupivogur dem Berufjördur ins Landesinnere folge und ich entschließe mich, den Campingplatz Eyjolfsstadir anzufahren. Der Platz liegt ca. 3 Kilometer abseits der Ringstraße in den Bergen und die Zufahrt ist ein wenig kniffelig.

    Steiler Anstieg, loser Schotter und enge Kurven. Aber das meistern BigBlue und ich mittlerweile problemlos.

    Der Platz ist noch fast leer und die Betreiberin sitzt vor ihrem Häuschen in der Sonne und winkt mir zu. Ich werde herzlich Willkommen geheißen und eine kurze aber sehr nette Plauderei entsteht. Sie bewundert BigBlue und zeigt mir dann ihre in die Jahre gekommene Yamaha XT 600, der man die Strapazen dieses Landes deutlich ansieht. Sie meint, ihre XT wäre ihr hier oben lieber als BigBlue, weil sie „etwas leichter“ wäre. Dem kann ich leider nicht widersprechen.


    Ich lasse das Motorrad vor der Rezeption stehen und mache mich zu Fuß auf den Weg um den Platz zu erkunden.

    Als ich um das Sanitärgebäude herum komme, werde ich auf deutsch angesprochen: „Hey komm mal her, wir haben hier was für dich!“



    Ein Ehepaar aus der Nähe von Berlin, mit ihrem VW Bus unterwegs, winkt mich zu sich heran und mir wird als erstes eine Dose Radeberger in die Hand gedrückt. Mein Erstaunen ist mir vermutlich ins Gesicht geschrieben, denn Wolf und Bine erklären mir, das wir mit der selben Fähre angekommen sind und sich unsere Wege hier in Island schon mehrfach gekreuzt haben, allerdings von mir völlig unbemerkt.

    Wir unterhalten uns über unser gemeinsames Hobby, dem Motorradfahren und über dieses wunderschöne Land und… und… und…

    Wie selbstverständlich werde ich von den beiden zum Essen eingeladen. Mein, zugegeben zaghafter, Widerspruch wird im Keim erstickt bzw. ignoriert und kurze Zeit später sitze ich vor einer herrlich dampfenden Gulaschsuppe.

    Ein weiteres Bier später verabschiede ich mich von den beiden, ich muss mein Nachtlager noch aufschlagen und es ist schon spät geworden.

    Diese Erlebnisse sind ein Grund mit dafür, das ich diese Art zu Reisen so liebe.

    Danke Euch beiden dafür.



    Es wird kühl heute Abend und ich verkrieche mich nachdem ich noch ein paar Zeilen in mein Tagebuch geschrieben habe, gegen 23:00 Uhr in meinen Schlafsack und falle schon bald in einen tiefen, festen Schlaf.



    Gefahrene km: 294, Kilometer gesamt: 4453

    Es hat ein wenig gedauert weil ich in den letzten Wochen den Kopf nicht frei genug hatte.

    Aber ich möchte Euch den Rest des Reiseberichtes nicht vorenthalten.


    Also weiter geht es.




    Reisebericht zu meiner Island Reise im Juni 2019


    22. Juni 2019

    Auf Island, Tag 17



    von Vik nach Svinafell



    Um 07:00 Uhr stehe ich auf und setze mich erst einmal vor das Zelt auf die Wiese. Der Himmel ist strahlend blau und es geht kein Lüftchen. Das ist das erste mal, das ich das hier erlebe, völlige Windstille.

    Das Kaffeewasser ist schnell heiß und ich genieße die Wärme von Sonne und Kaffee.

    Es ist noch ruhig auf dem Platz, nur die Möwen, die ihre Nester in der Felswand hinter mir haben, machen ihre Streitereien untereinander mit lautem Geschrei aus.




    Nach den üblichen morgendlichen Tätigkeiten bin ich um 08:30 Uhr schon wieder unterwegs. Mein heutiges Ziel ist Svinafell, ein Bauernhof mit angeschlossenem Campingplatz, an der Ringstraße.





    Es sind nur etwas mehr als 150 Kilometer bis dort hin und so habe ich alle Zeit der Welt, mir da wo immer möglich, die Gegend abseits der 1 anzuschauen.






    Es ist mittlerweile schon fast 20 Grad C warm und es weht nur ein laues Lüftchen. Diese Wetterlage ist hier im Süden Islands nicht gerade ideal. Die Sonne verdunstet soviel Wasser von den großen Gletschern, das sich riesige Wolken über ihnen bilden. Durch den fehlenden Wind werden sie nicht weggetrieben und man kann dabei zuschauen, wie sie immer mächtiger und dunkler werden.

    Irgendwann können sie die Wassermassen dann nicht mehr halten und es kommt zu räumlich begrenzten Starkregen.



    Eine Zeitlang glaube ich noch, trocken davon zu kommen, aber schon kurze Zeit später muss ich dann den für mich ersten isländischen Regen über mich ergehen lassen.

    Eine dieser schweren dunkelgrauen Wolken hat es doch tatsächlich soweit südlich geschafft, das sie die Ringstraße überquert hat und noch bevor ich es schaffe, mir mein Regenzeug anzuziehen, entlädt sie ihre Wassermassen direkt über mir. Eiskalte Wassertropfen in Haselnussgröße prasseln auf mich herab und die Temperatur fällt blitzartig auf 10 Grad C ab.





    Als ich mein Regenzeug endlich komplett angezogen und abgedichtet habe, ist der Spuk schon fast wieder vorbei. Die Regentropfen werden kleiner und schon 10 Minuten später scheint die Sonne wieder als wäre nichts geschehen.




    Damit habe ich die Island Regentaufe überstanden, aber das Regenzeug lasse ich sicherheitshalber für den Rest des Weges an, man kann ja nie wissen.


    Als kurze Zeit später der Skaftafellsjökull, eine Gletscherzunge des Vatnajökull, dem größten Gletschers Island fast zum greifen nahe scheint, flammt in mir der Gedanke auf, auf einem Bild BigBlue vor der Gletscherzunge festzuhalten.



    Um das zu verwirklichen, muss ich aber einen Weg finden um die fehlenden 4 Kilometer zum Gletscher zu überwinden. Ich biege also auf die 988 ab und halte Ausschau. Tatsächlich finde ich etwas ähnliches wie einen Weg, also genauer gesagt, eine einzige Fahrspur.




    Ich muss mich jetzt noch bei BigBlue entschuldigen, das ich ihr das zugemutet habe. Das war Motocross in Reinkultur.

    500 Meter vor dem Gletscher ist dann aber wirklich Schluss, hier geht dann nichts mehr.

    Ich mache das Foto und begebe mich wieder von dannen, denn die Blicke der Wanderer sprechen Bände.



    Am frühen Nachmittag komme ich auf dem Campingplatz Svinafell an und suche mir ein schönes Plätzchen auf der sehr gepflegten Rasenfläche. Noch ist der Platz fast leer, aber das wird sich sicherlich in den nächsten paar Stunden ändern.



    Zum Abendessen gibt es Currywurst mit Kartoffelsalat und als Nachtisch Birne und Erdbeerskyr, alles aus isländischer Produktion.



    Die isländischen Produkte sind nicht nur frischer, sondern auch noch deutlich günstiger wie die importierten Waren. Man muss allerdings recht früh am Tag schon zum Einkaufen gehen, weil die einheimischen Produkte immer sehr schnell vergriffen sind. Es gibt sie halt nicht immer und nur in begrenzten Mengen.




    Gefahrene km: 161, Kilometer gesamt: 4159

    Hier eine Bild der Hotelanlage (Skizze) zum besseren Verständnis. Die Häuser Gotha und Braunschweig sind verbunden durch die Rezeption und das Restaurant. Die Wege sind also ziemlich gleich kurz oder lang.


    https://www.reitferienvermittlung.de/typo3temp/pics/harzer-land-Lageplan_29472e0488.jpg

    380 Kilometer Rückfahrt im Regen.:regen:

    Na und?

    Für so ein Wochenende nehme ich das gerne in kauf.

    :tratsch1::musik::chop::prost::tratsch::essen1::doener:


    Einen ganz herzlichen Dank an Harald, Martin und all die anderen, die uns durch ihre Arbeit dieses tolle Event ermöglicht haben.:respekt1:

    Das war ganz großes Kino:danke: