Benzinleitung erneuern und Schnellverbinder einbauen

  • Einleitung


    Nachdem ich einen Tauschmotor in meinen Rahmen eingebaut hatte, mußte ich feststellen, dass die Benzinleitung sich nur noch bis zum Stutzen des Benzinhahns ziehen ließ, aber nicht weiter. Aber selbst wenn, die Benzinleitung wäre dann so kurz gewesen, dass ich den Tank hinten nicht hätte anheben können um die Benzinleitung wieder herunter zu prokeln und auch den Unterdruckschlauch für den Benzinhahn abzuziehen. Ich hatte mir vorsorglich schon einen neuen Gummischlauch mit 7 mm Innendurchmesser als Meterware besorgt. Ich fand bei ebay nur einen (!) Anbieter, der solche Schläuche als Meterware anbot. Die Meisten bieten hochfeste, doppelt armierte Benzinleitungen an, die für Dieselpumpen gedacht sind und mehr als 20 Atü Druck stand halten. Die sind viel zu dick und vor allem zu steif um sie an der Walküre zu verbauen. Allerdings war auch der von mir gekaufte Schlauich innen armiert und sehr fest. Ich hätte ihn zwar auf den Stutzen des Benzinhahns aufschieben können, aber nicht wieder runter, weil der viel zu fest sitzen würde. Daher habe ich mir bei Kickstarter einen Schnellverbinder bestellt. Es wird das Modell mit 8mm Durchmesser benötigt, weil die nicht den Innendurchmesser der Benzinleitung angeben, sondern den Außendurchmesser der Benzinleitung. Dieser Schnellverbinder sollte die Demontage des Tanks deutlich erleichtern.


    Die eingebaute Benzinleitung zwischen den Vergaserbänken

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    Hier die Anschlußseite unter dem Querrohr des Rahmens.


    Da die beiden Vergasernbänke links und rechts versorgt wedeen müssen, ist die Benzinleitung T-förmig ausgeführt. Die Querleitung ist nicht mittig geteilt!


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    Hier der längere Anschluß zur linken Vergaserbank. (Bei mir ist das PAIR-Ventil ausgebaut! Das sitzt sonst in der Halterung, rechts im Bild.)


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    Die Verbindung zur rechten Vergaserbank ist kürzer.


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    Wie man hier sieht, endet die Benzinleitung auf einem kurzen Stutzen zwischen den Vergaser. Dieser Stutzen ist drehbar. Er weicht also nach oben oder unten aus, wenn man versucht, die neue, sehr stramme Benzinleitung aufzustecken. Außerdem ist zwischen den Vergasern kaum Platz um da hinzugreifen.


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    Die beiden Querrohre sind etwas länger als nötig, weshalb man den langen Teil so weit nach hinten ziehen kann. Nur so, wie das jetzt verbaut ist, ist das immer noch zu kurz!


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    Hier nochmal ein Gesamtbild der Benzinleitung zwischen den Vergasern.


    Wird fortgesetzt...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Die Bemaßung der Benzinleitung


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    Der lange Teil der quer verlaufenden Leitung ist 136 mm lang. Der kurze ist 68 mm lang. Der lange Teil zum Benzinhahn hin muß länger als 205 mm sein. Ich schätze, etwa 30 bis 40 mm.


    Ich habe die Längen der Querrohre aufgerundet und dann noch einen Zentimeter zugegeben, also 15 cm und 8 cm zugeschnitten. So wie die Leitung aussieht, scheint das werkseitig keine Meterware gewesen zu sein, sondern geformte Rohre.


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    Da der Schnellverbinder ja recht lang ist, habe ich die Leitung zum Benzinhahn auf 18 cm zugeschnitten. Der Gummischlauch, mit dem der kurze Teil des Schnellverbinders auf den Stutzen des Benzinhahn gesteckt ist, ist 35 mm lang. Da die neue Benzinleitung innen armiert ist, ist sie sehr steif und durch die Länge von 45 mm berührt der Stutzen des Schnellverbinders den Stutzen des Benzinhahns. Ein Ausweichen zur Seite beim Zusammenstecken des Schnellverbinders ist so nicht möglich.


    Die beiden Teile des Schnellverbinders


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    Schwarz auf Grau ist schlecht zu fotografieren.


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    Der Entriegelungsknopf muß nach links geneigt werden, da er nur so unter dem Tank zu erreichen ist!


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    Hier der Blick in den Halteriegel, Der Stift, der unten aus dem Verriegelungsblech ragt, ist eine Klemme, die das Verriegelungsblech offen hält, bis die beiden Teile wieder zusammengefügt werden. Hat man den anderen Teil tief genug eingeführt, wird diese Klemme gelöst und die Verriegelung verriegelt die Verbindung automatisch. Das funktioniert sehr gut! Allerdings muß man den Entriegelungsknof bis zum Anschlag runterdrücken, damit die Klemme das Verriegelungsblech auch festhält.


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    Das Gegenstück, dass ich am Benzinhahn befestig habe.


    Wird fortgesetzt...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Neue Benzinleitung montiert


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    Die neue Benzinleitung auf die Flansche zwischen den Vergasern zu stecken, war wiedermal eine elende Quälerei. Ich habe erst das kurze Stück montiert und dann das lange. Dadurch, dass ich die Querrohre ein wenig länger gemacht habe, werden die Schlauchbögen etwas weiter und der T-Verbinder läßt sich ein wenig weiter nach hinten Richtung Tankstutzen ziehen und vor allem weiter nach vorn drücken, wenn der Verbinder verriegelt wurde und der Tank hinten wieder abgesenkt.


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    So ragt der Schnellverbinder hinten unter dem Querrohr hervor.


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    So kann man ihn leicht greifen und nach oben ziehen.


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    Aber auch weit genug nach vorn schieben. Im eingebauten Zustand sitzt der Schnellverbinder zwischen den Zündspulen. Der Entriegelungsknopf ist dort natürlich nicht zu greifen.


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    Wichtig! Der Entriegelungsknopf muß nach links zeigen. Der Verbinder läßt sich leicht zusammenstecken, aber wenn der Entriegelungsknopf an der falschen Seite ist, könnt ihr ihn nicht wieder entriegeln!!!


    Der Tank wird aufgesetzt und hinten wird ein Kantholz untergelegt, damit der Benzinhahn höher sitzt. Erst wird der Unterdruckschlauch für den Benzinhahn von rechts auf den dünnen Stutzen geschoben. Dann wird der Verbinder von der linken Seite mit der linken Hand gegriffen, nach vorn geschoben und dann auf das Gegenstück des Verbinders geschoben. Der Gegendruck des Benzinschlauchs reicht schon aus den Verbinder zu verriegeln. Jetzt kann das Kantholz entfernt werden und der Tank über den Schraublöchern ausgerichtet werden. So wird es einfach den Tank an- oder abzubauen!

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Lieber EO,


    wie immer toll beschrieben und vor allem auch bebildert! Großes Kompliment!!


    Ich hatte mich ja auch schon einmal an die "Verlängerung" des Benzinschlauchs gemacht.

    1. weil ich dachte, ihn generell nach mittlerweile 16 Jahren einmal wechseln zu müssen, weil er anscheinend nicht mehr ganz dicht war und wie ich feststellen durfte, mich hier in guter Gesellschaft zu befinden, weil die "fette Elke" ewig nach Benzin stank, auch gerade während der Fahrt, was mir dann irgendwie als zu gefährlich erschien.

    2. weil es ja zum Luftfilterwechsel immer notwendig ist, den Tank abzubauen und das ein ewiges Gefrickel mit diesem Benzinschlauch ist bzw. war!


    Nachdem ich es zuerst verschlimmbessert hatte, musste ich dann beim ;--)) bös bluten...,selbst schuld!

    Nun ist es allerdings so, dass sie schon wieder wie Teufel nach Benzin stinkt! Könnte jetzt natürlich reklamieren, ist mir aber zu blöd. Zu dem fahre ich sowieso nicht gern hin. Fahre lieber zu einem, der sich im tiefsten Schwarzwald befindet, dafür aber richtig zuverlässig und viel günstiger arbeitet, als der hier an der Schweizer Grenze. Sind aber eben immer gute 80 km.


    Also würde ich es liebend gern nach Deiner Anleitung selbst reparieren. Bin mal gespannt, wer sich hier evtl. auch noch meldet und evtl. bestätigen kann, bzw. mitteilen kann, ob's bei ihm auch ewig nach Benzin stinkt oder seine Walküre auch irgendwo in dieser Gegend Benzin verliert, wo sie es eben gerade nicht sollte.


    Nachdem der ;--)) es repariert hatte, kam ich mit einer Tankfüllung ca. 240km. Jetzt wieder nur max. 209 km und das Fatale, am Benzinhahn scheint auch etwas nicht so zu funzen, wie es sollte, nachdem ich den Tank das letzte Mal wohl wieder richtig leer gefahren hatte und dann auf Reserve gedreht habe, sprang sie trotzdem nicht an, weil einfach kein einziger Tropfen Benzin mehr im Tank war.

    Wie kann denn so etwas passieren? Der Benzinhahn wurde auch bereits vor zwei Jahren gewechselt, weil ich ihn auch mit in Verdacht hatte, an der Undichtigkeit schuld zu sein. Üblicherweise zeigt der Hahn nach unten auf ON und nach oben drehe ich auf RES, also Reserve.

    Nun habe ich gerade extra noch einmal in die Bedienungsanleitung geschaut und siehe da, ich muss meinen Benzinhahn bei meiner nach rechts drehen. Laut Bedienungsanleitung soll man aber wohl links herum drehen.

    Kann es sein, dass ich den Benzinhahn falsch eingebaut habe? Scheint wohl offensichtlich so zu sein. Wenn ich ihn jetzt richtig montieren möchte, muss ich da jetzt eine extra Dichtung mit einbauen? Oder wird es die "alte" Metalldichtung noch einmal machen??


    Hoffe, ich habe mit dem letzten Absatz diesen Thread nicht zerschrieben, falls doch, soll ich einen Neuen eröffnen??


    Gruß vom Hochrhein


    Rainer

  • Benzinhahn


    Von hinten:


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    Von rechts mit Blick auf den Flansch des Unterdruckschlauchs


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    Wie du siehst, kann man diesen Benzinhahn nur in einer einzigen Weise montieren!



    Dieses Bild habe ich mir bei Chilli ausgeborgt:


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    aus diesem Beitrag - Hier siehst du das Filterrohr, das in den Tank ragt. Die Steuerung "Auf" und "Reserve" wird mit einem kleinne Röhrchen erreicht, dass etwas in den Tank ragt. Durch dieses Röhrchen läuft der Sprit in der Stellung des Benzinhahns "Auf". Ist der Flüssigkeitsstand bis zur Oberkante dieses Röhrchens abgesenkt, dann bekommt der Vergaser keinen Sprit mehr. Dreht man nun den Benzinhahn auf Reserve, öffnet sich ein Loch direkt am Befestigungsstutzen des Benzinhahns. Die Maschine läuft dann mit der Restmenge Sprit aus dem Tank.


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    Quelle


    Hier auf der Explosionszeichnung kannst du das Röhrchen sehen. Das ist da nur in den Benzinhahn reingesteckt.


    Fehlerquellen nach Austausch des Benzinhahn.


    Der Monteur hat zwar eine neuen Benzinhahn bestellt, aber die Dichtung am Flansch nicht dazubestellt. Also baut er den neuen Benzinhahn mit der alten Dichtung ein und zieht die Flanschmutter etwas fester. Das hält dann aber nicht lange dicht.


    Du hast zwar einen "neuen" Benzinhahn, original von Honda, aber die haben dir ein NOS, ein "New-Old-Stock"-Teil verkauft, also unbenutzt aus altem Bestand. Die Dichtgummis im Benzinhahn sind schon 15 Jahre alt und durch die lange Lagerung nicht mehr sehr elastisch. Ausserdem hat sich der Gummi in der Stellung, wie er eingelagert wurde, angeformt und dichtet nicht mehr, wenn der Bedienknebel gedreht wird. Da wäre es besser den alten Benzinhahn mit neuen Dichtgummis auszustatten. Selbst wenn die genauso alt sind, sind die wenigstens nicht verformt. Besser wäre es neue, nachgefertigt Dichtmembranen vom kleine Chinamann zu bekommen.

    Somit wird der "neue" Benzinhahn nach 2 Jahren undicht, weil die Gummimembranen überlagert sind. Du hattest so lange das gute Gefühl, den vollen Preis für originale Neuware bezahlt zu haben.


    Wenn der Monteur versäumt hat das Röhrchen in den Benzinhahn zu stecken oder dieses beim Hantieren rausgefallen ist, dann saugt der Benzinhahn in beiden Stellungen "Auf" und "Reserve" das Benzin durch ein Loch unten am Befestigungsflansch. Dann hast du keine Reserve mehr! Du denkst nur du hättest eine.


    Im Flansch steckt das Filterrohr. Das Benzin muß durch dieses Filtersieb um in den Benzinhahn zu laufen. Wenn du jetzt Rost im Tank hast, setzt der sich unten im Tank, rund um das Filtersieb ab und verstopft die unteren Millimeter dieses Filtersiebes. Das Benzin kann also nur oberhalb des verstopften Bereichs in den Benzinhahn fließen. Somit wird die Menge an Sprit, die aus dem Tank fließen kann, immer weniger.


    Fällt euch sonst noch was ein, was an so einem Sprithahn schief gehen kann?

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Lieber EO,


    wo Du recht hast, hast Du definitiv recht!

    Das mit dem Rost hatte ich auch schon irgendwo gelesen und ist bei einem jetzt 18 Jahre alten Tank nicht von der Hand zu weisen.

    Werde mir mal neue Dichtungen besorgen. Hast Du bei Deinem Tankact auch den Benzinhahn mit gewechselt? Oder es noch vor? Und brauchst evtl. auch gleich neue Dichtungen? Könnten wir zusammen bestellen oder Du würdest mir sagen, wo Du bestellst und ich bestelle grad mit?

    Sonst gurgel ich mich weiter durch.


    Dir auf jeden Fall ganz recht herzlichen Dank für Deine viele Mühe, die Du Dir mal wieder gemacht hast.


    Ganz liebe Grüße vom Hochrhein

    Rainer

  • Fällt euch sonst noch was ein, was an so einem Sprithahn schief gehen kann?

    Jau. Jetzt wo du fragst....


    A) statt einen eventuell überlagerten OEM F6C Benzinhahn zu kaufen kann man sich auch mit einem Exemplar für eine CBR600 begnügen.

    Teilenummer: 16950-MBW-023

    Kostet auch "nur" die Hälfte.

    Um die Reservefunktion wieder herzustellen, einfach das Messingröhrchen und Sieb vom alten Benzinhahn nehmen.

    Serienblende, Bedienhebel etc passt wie angegossen, und das Vakuum braucht's dann auch nimmer. (Das kann man nun positiv oder negativ sehen...)


    B) Dein Schnellverbinder - sag mal - verengt der irgendwie den nominellen Durchmesser der Benzinzufuhr in der Schliessmechanik? Ich hoffe nicht.

    Drüben bei den Amis haben sie dann nämlich arge Leistungs-Probleme im Vollastbereich ab 4000U/min. Unsere Valks sind da rechte Mimosen was das anbelangt.


    -mike-

    VRCC #39009

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Mike W. ()

  • Genau was Mike beschreibt ist mir passiert bei der Anpassung des Benzinschlauchs mit einem Schnellverschluß. Die Dicke hat einfach zu wenig vom nötigen Saft bekommen wenn ich den Hahn (rechte Gashand) aufgemacht habe. Also alles wieder retoure und zurück zum altgewohnten gefrickel.

  • Dieser Schnellverbinder hat den gleichen Innendurchmesser wie der Flansch am Benzinhahn. Da sehe ich kein Problem, aber ich werde berichten...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Genau was Mike beschreibt ist mir passiert bei der Anpassung des Benzinschlauchs mit einem Schnellverschluß. Die Dicke hat einfach zu wenig vom nötigen Saft bekommen wenn ich den Hahn (rechte Gashand) aufgemacht habe. Also alles wieder retoure und zurück zum altgewohnten gefrickel.

    Hatte mal eine Yamaha Royal Star, da war die Konstruktion wie bei der F6C, vier Vergaser, Tank darüber. Dennoch gab's eine elektrische Benzinpumpe. War seinerzeit erstaunt daß die F6C keine Benzinpumpe besitzt (bei sogar 6 Vergasern).