Motorradfahren in USA

  • Servus


    Ich wurde ein paar Mal auf das Thema Motorradfahren in USA angesprochen. Warum also nicht einfach einen Thread anlegen und berichten bzw. zur Diskussion anregen?


    Mein letzter Ritt ist gerade einmal 10 Tage her. Ich bin nach San Diego geflogen, habe mir von einem Freund die Gegend zeigen lassen (Weinbauregion, sehr gute Breweries, kurvenreiche Straßen in wunderschöner Landschaft) und bin dann 2 Wochen alleine unterwegs gewesen. Erste Station nach Abreise aus San Diego war Casitas Springs (home town of Johnny Cash). Weiter Richtung Nord-Osten auf den Angels Crest Highway. Auf unzähligen Kurven erreicht man die Hollywood Hills nördlich von LA. Ein Muss: Mullholland Drive

    Weiter gings an der Küste entlang (Hyw 1) über Big Sur und Monterrey nach San Francisco. Über die Golden Gate weiter auf dem Hyw 1 bis Mendocino. Ostwärts bis Reno (Geburtstag feiern mit einem Freund) und über Squaw Valley, Lake Tahoe in den Yosemite NP. Über den Sequoia NP wieder zurück nach San Diego. Insgesamt ca. 3.400 km in 10 Fahrtagen


    Der übliche Reflex bei der Überlegung "drüben" Motorrad zu fahren ist: Route 66

    Diese legendäre Route von Chicago bis nach California ist nur bedingt empfehlenswert und fahrtechnisch eher langweilig. Natürlich liegen spektakuläre Ziele am Wegesrand, aber der Grand Canyon ist auch ohne Route 66 einen Besuch wert.


    Wer Motorrad fahren möchte ist auf dem Blue Ridge Parkway richtig! 800 km kurvenreiche Straße, kommerzielle Fahrzeuge verboten, keine Ortsdurchfahrten, keine Ampeln, nur Natur und Kurven!


    In allen größeren Städten gibt es inzwischen Vermietstationen und der größte Anbieter ist sicher Eaglerider. Aber auch lokale Anbieter und/oder Händler bieten Motorräder zu mieten an. Oft werden neben diversen Versicherungen auch Kleidung und sog. Helme angeboten. Ich habe mein Equipment immer selbst mitgebracht (auch wenn mein Helm eine CE-Norm hat!)


    Motoquest (nur im Westen) hat ein sehr interessantes Angebot. Wer spontan und zeitlich flexibel ist (was bei Flügen aus Europa eher schwierig wird), kann sich auf eine Liste setzen lassen und z.B. nagelneue BMW GS von LA nach Alaska überführen - für 25.- USD pro Tag. Ob man eine BMW GS fahren möchte, ist dann wieder eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss.


    In jedem Fall reicht bei der Anmietung unser nationaler Führerschein. Das Fahren selbst ist "drüben" deutlich entspannter als hier in Europa und Motorradfahrer werden i.d.R. überall sehr gerne gesehen. Gute (american) english-Kenntnisse sind hilfreich und vorteilhaft, denn man kommt sofort und überall mit Jedem ins Gespräch. Gutes Englisch macht sich auch beim Thema Unterkünfte bezahlt, denn Airbnb sind deutlich günstiger und i.d.R attraktiver als Hotels, Motels & Co.

    Nicht selten wurde ich von meinen Gastgebern mit Führungen durch die Garage (was es da alles zu bestaunen gibt), BBQ und/oder leckerem american breakfast überrascht.


    Tanken ist nicht immer einfach, denn die Pistolen arbeiten mit Unterdruck. Die Abdeckkappe muss also umständlich zurückgeschoben werden, damit es fließt. Jede Tankstelle akzeptiert die in Europa gängigen Kreditkarten, aber der Automat fordert i.d.R. einen ZIP-Code (Postleitzahl) und die haben wir Europäer logischerweise nicht. Dann heißt es zum Cashier gehen, einen Betrag nennen (es wird nur abgerechnet, was verbraucht wurde) und es klappt. "Fill up" ist auch möglich -> die Karte bleibt beim Cashier, es wird getankt und danach abgerechnet.


    Sind noch Fragen offen?

    Ich teile meine Eindrücke und Erfahrungen gerne (dies sind allerdings subjektive Eindrücke und Erfahrungen und basieren auf meinen Vorlieben)


    Ride on!


    Wolfgang

  • super !

    Ich glaube, wir haben hier einen echten Gewinn gemacht !

    Es waren zwar schon einige in den USA, aber auf diese Idee ist offensichtlich noch keiner gekommen.

    Wenn meine Kinder mal größer sind, werde ich vielleicht auch noch mal rüber fliegen und chartern.

    Dann weiß ich schon mal wo ich nachschlagen kann ! :thumbup:

    Pascal #27015#
    grosse Hasen dürfen das....
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  • Hallo Wolfgang,

    interessanter Bericht. Vor 3 Jahren sind wir mit dem Mietwagen(3 Personen) einen Teil deiner geschilderten Route gefahren( LA -> San Franzisco HW1, Yosemite NP...) Bei der Tour habe ich oft daran gedacht die Dose einzutauchen!!👍👍👍👍

    Gruß Reinhart

  • Moin Wolfgang,

    was soll ich sagen, alles perfekt beschrieben und kann es nur bestätigen. Mache es nun auch schon ein paar Jahre, Valkyrie 2005 gekauft für das InZane in Kentucky. Habe halt den Vorteil der US-Amerikanischen Familie die vieles einfacher macht.


    Die Rt 66 haben wir 1995 mit einer Goldwing von Chicago aus bewältigt, wie du Beschrieben hast, nicht viel zu sehen aber war trotzdem ein Erlebnis.


    Für dieses Jahr haben wir uns die Neuengland Region im Nordosten der USA vorgenommen.


    Das Foto in der Signatur ist unsere Black Lady bei der Abholung aus Georgia

  • :thumbup: Super Beitrag Wolfgang, auch von mir ein großes Kompliment!


    Wir sind am 22.05. auch gerade erst von unserer südlichen Baja California Tour, Mexico, die dann mit der Fahrt über die 1 von L.A., meinem ehemaligen Arbeitsort, nach S.F. endete, zurück.

    Kann die von Dir gemachten Angaben nur bestätigen und evtl. noch etwas weiter ausführen, für alle die, die daran interessiert sind.

    Route 66 wirklich langweilig und für das, was sie an Eindrücke bietet, viel zu lange Strecke.

    Dagegen ist die Strecke von San Diego nach San Francisco, wenn man nicht gerade die 5 oder 101 nimmt ein echter Traum und noch ein bisschen zusätzliche Zeit für die National Parks einplant. Für Weinliebhaber hinter S.F. nicht das Napa Valley auslassen!


    Wenn beim Tanken mit deutscher Creditcard ein ZIP Code verlangt wird, einfach 08520 eingeben. Klappt in der Regel immer, wenigstens bei uns. Big Brother is watching you. Die wollen halt wissen, ob die Karte geklaut ist, bzw. wo wer herkommt, der wo und wieviel tankt bzw. einfach Geld ausgibt. Einfach einmal gurgeln und im Netz gibt's viele Tipps, welcher ZIP Code bei welcher europäischen Kredit-Karte gerade so funktioniert, wenn man der Frau / dem Mann an der Tanke nicht trauen sollte, bei der man die Karte zur Sicherheit dann hinterlegt, wobei das aber eigentlich nicht gerechtfertigt wäre. In den USA wird überall für den Betrag, den man tanken möchte, im Voraus bezahlt.

    Aber beachten, habe es in Californien jetzt bei jeder Tanke erlebt, wer mit Creditcard zahlt, zahlt auf jeden Fall teilweise einen saftigen Aufpreis auf die draussen an den Preistafeln angezeigten Preise, obwohl überall in den USA eigentlich jeder noch so kleine Betrag mit Creditcard bezahlt wird! Weil es von früher herrührt, dass man auf keinen Fall größere Beträge in bar bezahlt, schon gar nicht mit großen Scheinen! Mit vielen großen Scheinen in der Tasche erweckt man schnell den Eindruck mit Drogen oder sonstigen illegalen Geschäften zu tun zu haben, wobei man gerade jetzt in Californien an fast jeder Ecke im neuen gesetzlichen Rahmen Cannabis oder sonstige weiche Drogen erhalten kann. Ganz heftig z.B. Venice Beach, wo wir gratis "Cannabis-Limo" kosten durften. (Wirkung 0,00)


    Der "normale deutsche Führerschein" reicht in jedem Fall aus! Ein internationaler Führerschein wird gerade in Californien nicht anerkannt. Das Geld kann man sich also gut für einen solchen Trip, auch für Florida, sparen!


    Für alle, die sich nach Abenteuer und Erlebnisse von USA Reisen wie vor gut 30 Jahren sehnen, kann ich nur die Baja California Sur, Mexico, von San Jose del Cabo über Cabo San Lucas empfehlen, wo man recht günstig 4x4 angetriebene Autos mieten kann, um dann auf den östlichen Sandpisten der Baja Richtung Norden dieses tolle Land mit seinen sehr freundlichen Menschen in seiner ganzen Urtümlichkeit erfahren und kennen lernen kann. Wir sind dann über La Paz bis nach Puerto San Carlos gekommen.


    Wie war denn bei Dir das Wetter? Wir hatten das Pech, das kälteste Frühjahr seit 40 Jahren in Kalifornien erlebt haben zu dürfen. In S.F. haben wir richtig gefroren, Dauerregen und nur 15° noch am 21.05.!


    Viele Grüße vom Hochrhein


    Rainer


    Evtl. wird hier im Forum einmal eine neue Rubrik, "Reiseberichte" eingeführt? Der Reisebericht von George ist hier ja auch auf ein sehr großes, positives Echo gestossen!

  • Danke Rainer für die Weiterführung bzw. Ergänzung des Threads :thumbup:


    Ich bin am 25.5. in San Diego gelandet und das Wetter war in der ersten Woche wie von Dir beschrieben und somit außergewöhnlich kühl. An der kalifornischen Küste hat man dazu auch relativ häufig den Dunst, der sich durch die starken Temperaturunterschiede zwischen Pazifik (kalt) und Festland ergibt und sich wie ein Teppich über die Küstenregionen legt. Deshalb ist man von Glück gesegnet, die Golden Gate im strahlenden Sonnenschein sehen und fotografieren zu können. In der zweiten Woche haben sich die Temperaturen normalisiert und ich hatte auf der gesamten Tour keinen Tropfen Regen.


    Ja, Tanken ist und bleibt spannend drüben und die Unterschiede im Spritpreis sind teilweise sehr hoch. Aber immer noch deutlich günstiger als hier in Europa und der Verbrauch beim Motorrad hält sich ja sowieso in Grenzen.


    Wir waren vor 2 Jahren mit dem Motorhome eines Freundes unterwegs (in den NP im Südwesten) und hatten die Kinder dabei. Die Klassifizierung der sog. RV (in unserem Sprachgebrauch Wohnmobile) ist ein weiteres faszinierendes Stück USA. Das Motorhome ist ein fahrendes Haus und bietet jeden erdenklichen Luxus. Mit 14 Meter Länge (länger als die üblichen Stadtbusse hier in Deutschland) war unser Motorhome ausreichend dimensioniert. Was den Spaß noch steigerte: wir waren mit einem "Oldtimer" unterwegs. Der sog. Fleetwood Bounder war Baujahr 1988 und überall etwa so gerne gesehen wie hierzulande ein VW T2 oder T3. Spritverbrauch: ca. 50 Liter / 100 km (kein Witz!)


    Da wäre noch ein weiterer interessanter und wichtiger Punkt für alle die vorhaben ein RV zu mieten:

    Campingplätze in den beliebten NP (vor allem Yosemite und Grand Canyon) vorbuchen!!!

    Hier erfährt man wie es geht:

    https://www.nps.gov/subjects/camping/index.htm


    Je größer der RV umso weniger passende Stell- und Campingplätze gibt es und natürlich gibt es auf jedem Platz auch beliebtere Plätze (am Wasser) und weniger beliebte. Für allem in der Saison sind die Plätze in den NP sehr schnell ausgebucht. Die Reservierung funktioniert online über die Website (s.o.). Das Verfahren funktioniert i.d.R. wie folgt:

    Jeweils 6 Monate vor dem Termin, an dem man reservieren will die Reservierungsplattform (am besten zum Zeitpunkt der Öffnung der Seite => i.d.R. 8.00 Uhr lokal) besuchen und anmelden (Achtung: Zeitunterschiede im Auge haben). Platz aussuchen (am besten vorher auf der Karte des NP) und darauf achten, dass der Platz zur Größe des RV passt. Online bezahlen, Reservierung ausdrucken - fertig!


    Für den Besuch der NP unbedingt den sog. Annual Pass kaufen (Internet). Die Eintritte in die NP sind nicht günstig und mit einem Jahrespass (80.- USD) spart man bereits beim Besuch von 3 Parks.


    To be continued …


    Wolfgang

  • Super Wolfgang,


    wir haben bei den bisherigen 2 Motorradreisen im Yosemite im Camp mitten im Tal übernachtet. War sehr abenteuerlich, aber die preiswerteste Lösung. Hat halt den Vorteil, dass an mittendrin ist und die Natur hautnah erlebt. Würde ich auch jederzeit wieder so machen.


    Gruß

    Eli

    :hexe2: Schöne Grüße aus Bayern :bike:


    Eli #29873

  • Ansonsten kann ich allem nur wieder erneut beipflichten! Gerade auch der Tipp mit dem Jahrespass!


    Im Süden Kaliforniens ist Tanken derzeit wohl noch am günstigsten. Je weiter man gen Norden kommt wird's doch einiges teurer. Rund um L.A. ging's noch, wobei meine letzte Tankquittung von vor gut 20 Jahren noch einen Preis von nur 96 Cent pro gallon auswies und ich jetzt bei über 3,70 Doller schon richtig gezuckt habe...=) In S.F. und Umgebung hingegen geht so gut wie gar nichts mehr unter 4.50 $.

    Wir hatten über ein deutsches Vergleichsportal eigentlich zurerst ein "compact car" gebucht. Zweit kleinste Klasse, wegen Automatik -ich liebe Automatik!- und weil ich die Jungs von den "rent-a-car" Agenturen nur zu gut kenne, bekommt man in der Regel immer direkt ein "upgrade-Angebot" unterbreitet. So war's dieses Mal natürlich auch! "You like a real car?" fragte er mich, ich sagte nur "why not?!"..."here you get it, for another 11 bucks", einen Dodge Challenger "Hell Cat" - etwas über 700 PS und locker 28 Ltr. bei max. 45 Meilen/h...aber die Beschleunigung bis dahin...:tongue::tongue: Ja in den USA darf man manchmal noch einmal ganz Kind sein.


    Über ein deutsches Portal den Mietwagen zu buchen, ist in der Regel viel günstiger, als drüben. Man kann aber auch drüben dann direkt wieder über seinen deutschen Anbieter weiter online buchen. Drüben habe ich nur einmal über "cheap tickets" einen Mietwagen für Mexico gebucht, war um einiges günstiger, als über das deutsche Portal. Warum?? Aber immer bei den Versicherungen aufpassen, die sie einem gerne zusätzlich andrehen wollen, auch wenn man hier schon komplett Vollkasko gebucht hat, was man in der Regel immer machen sollte, weil das Gesetz gerade gestern geändert wurde oder irgendein Cop gerade Durchfall hat??!! Alles Fake...:tongue::tongue:


    Ich bin hier am Hochrhein "professioneller RV Dealer" und habe bis vor kurzem einem guten Kollen mitgeholfen, seine individuell ausgebauten Wohnmobile an den Mann zu bringen. Jetzt machen wir, Romy und ich, das im untersten Segment selbst und werden damit hoffentlich Erfolg haben. Suche für einen anderen guten schweizer Kollegen gerade für ein altes Airstream RV noch ein gebogenes Heckfenster. Sein V8 wurde auch schon auf LPG Gas umgerüstet und braucht auch mind. 35 - 50 Ltr. Sind halt die alten V8, viel Hubraum-viel Drehmoment-niedrige Drehzahlen-entspanntes cruisen.

    Evtl. noch ganz wichtig, für alle die gerade eine Tour über den großen Teich planen. Nie, aber wirklich nie falsch parken! Die Höhe des Knöllchens hängt in der Regel von der jeweiligen Stimmung des Cops ab und beläuft sich derzeit oft auf Beträge zwischen 120 und 180 $!! An Flughäfen gerne nochmal etwas teurer! Auch drauf achten, wenn gerade an den Parkuhren sich irgendwelches "Pennergesindel" herum treibt. Die arbeiten oft und gerne für die städtischen Behörden und sind dafür angestellt, auf die zu achten, die die Parkuhren nicht ausreichend füttern. Hat uns in S.F. schlappe 76 $ gekostet! Hatten aber trotzdem wohl nochmal "Glück" gehabt, weil die Uhr erst seit drei Minuten abgelaufen war, sonst wär's sicher noch teurer geworden!! Also bei jedem touristischen Highlight, wo man einen Parkplatz sucht, genau drauf achten!

    Auch auf die unterschiedlichen Farbanstriche der Bordsteinkanten!! Die bedeuten teilweise absolutes Halteverbot, gerade in der Nähe der Wasserhydranten in Californien sind die rot und bedeuten absolutes Halteverbot und wenn die absolutes Halteverbot sagen, meinen die das auch genauso!!! Da wird's dann richtig teuer und vor allem auch direkt abgeschleppt...ganz lustig!!


    Hätte auch einmal Interesse an einem Erfahrunsaustausch der "Staaten-Reisenden" hier. Wird bestimmt lustig! Am besten ein Grillfest mit richtigen Steaks in "american size"?? Aber auf jeden Fall deutsches Bier und gerne amerikanischer Wein, am besten aus Napa Valley oder Sonoma County, red Zinfandel?! Grillhütten gibt's hier in der Gegend reichlich auf deutscher Seite des Hochrheins an der schweizer Grenze für "Feschtle" zu mieten.


    In diesem Sinne sonnige Grüße von hier

    Rainer

  • Hallo zusammen,


    falls mal jemand eine Reise in den Nordwesten der USA oder Kanada plant, dann bitte Bescheid geben!

    Ich wohne seit 2011 in Vancouver BC und habe meine "Valerie" letztes Jahr aus Deutschland importiert.

    Letztes Wochenende war ich in Merritt beim Valhalla Treffen und habe 28 andere Valk-Fahrer aus BC, Alberta, Idaho und Washington getroffen.

    Ist einfach eine geile Community!!!!!!


    Meldet euch, wenn ihr in der Nähe, seid, würde mich freuen!


    Cheers

  • Hallo zusammen und Dankeschön für die Eindrücke!


    Ich weiss, dass man das nicht pauschal beantworten kann, aber ich muss auf solche "Grossen" Sachen immer sehr lange sparen um sie mir erfüllen zu können.

    Da ihr ja schon mal ein paar Eckpunkte bezüglich Eintrittspreise und Sprit und so angesprochen habt, könnt ihr da vielleicht mal ein bisschen pauschalisieren? Was man so für 2 oder 3 Wochen USA im Geldbeutel haben sollte? Nochmal, ich weiss das ist schwer, weil jeder individuell seine Schwerpunkte setzt, aber Anhaltswerte habt ihr bestimmt.

    Früher hat man immer gehört, Mopped mieten ist sau teuer, kauf dir da drüben eins und verkauf es nach dem Urlaub wieder. Ist halt schwierig, wenn man niemanden hat, der das für einen regelt. Aber Kiese wäre ja schon mal eine Anlaufstelle wenn er das regeln würde oder wollte. Also, würde mich freuen wenn was von Euch käme. Merci schon mal im Voraus!


    Gruss

    Knife

    Schicksal hat nichts mit Zufall zu tun, sondern mit Entscheidungen!!

  • Servus Knife (und alle Interessierten)


    Du hast das perfekt und punktgenau beschrieben: eine Kostenschätzung ist von vielen Faktoren abhängig und natürlich auch von individuellen Möglichkeiten (Bekannte Freunde, Verwandte drüben).


    Ich versuche es trotzdem einmal:

    (1) Flug

    Es gibt unzählige Möglichkeiten. Grds. sind Direktflüge zur gewählten Destination vorteilhaft. Rüber ist das nicht so wichtig, aber zurück finde ich es ziemlich blöde einen Zwischenstopp in Europa oder Deutschland zu haben, bevor man seinen Zielflughafen erreicht. I.d.R. ist man zwischen 7 und 12 Stunden in der Luft und dann möchte man auch da ankommen, wo man hin will.

    Flüge an die Ostküste sind natürlich (i.d.R.) günstiger als Flüge an die Westküste und der Zeitpunkt der geplanten Reise spielt auch eine Rolle. Ostküste würde ich mit 600 - 900 € rechnen, Westküste mit 800 - 1200 € (immer Economy und ohne Upgrades).

    (2) Miete

    Genauso schwer zu beantworten, weil abhängig von Destination, Fahrzeug und Reisezeit.

    Motorrad: ca. zwischen 80.- und 130.- € pro Tag (je länger, desto günstiger)

    Auto: ca. 40.- bis 200.- € pro Tag

    RV: ca. 1.000.- bis 1.500 pro Woche

    (3) Übernachtungen

    Jetzt wird's wirklich schwierig. Abhängig von der Wahl des Fahrzeugs ergeben sich natürlich unglaublich viele Varianten und Möglichkeiten. Hotels in Manhattan, San Francisco und anderen exponierten Städten gerne man über 200.- € die Nacht. Campgrounds in State Parks manchmal für 10.- USD

    (4) Verpflegung

    Auch hier ist die Bandbreite immens, ein Besuch eines guten Restaurants ist i.d.R. teurer als bei uns (insbes. weil 15-20% Tipp erwartet werden), aber wer möchte drüben schon auf ein Steak oder Ribs verzichten? Frühstück ist i.d.R. üppig dimensioniert und Fast Food gibt es an jeder Ecke. Ich würde mal sagen: Verpflegung kostet in etwa das, was wir in Europa dafür ausgeben. Dass amerikanisches Essen nur aus Burger und Fast Food besteht ist ein Quatsch! Country Kitchen bieten sagenhaft leckere Speisen. Und wer schon mal in einer echten Truckerbar war …

    (5) Einkaufen

    Ein Muss! Alles was Outdoor, Cassual Clothing und typisch American Style betrifft. Ja, es gibt sie, die Levis 501 für 14,95 USD im Outlet!

    (6) Eintrittspreise

    Zusammengefasst: alles was drüben etwas kostet, ist das Geld wert.


    Zum Schluss noch einmal zu unserem gemeinsamen Hobby: Motorrad

    Drüben kaufen, fahren und verkaufen, funktioniert nur mit guten und sehr verlässlichen Kontakten! Die Hürde ist die Registration.

    Drüben kaufen, fahren und mit rüber bringen, lohnt sich seit der Trumpel-Steuer nicht mehr.

    Drüben mieten ist i.d.R. einfach und verlässlich und man kann u.U. ein Schnäppchen machen, wenn man Motorräder überführt (Einwegmiete). dann schlägt aber i.d.R. der erhöhte Flugpreis bzgl. eines entsprechenden Tickets wieder durch.

    Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit von privat zu mieten (habe ich noch nicht gemacht). Entsprechende Websites finden sich im WWW

    Wer drüben kaufen will: nicht alle Websites können von Europa aus aufgerufen werden. Für einen Überblick empfehle ich craigslist


    Noch Fragen?

    Jederzeit gerne über eine PN …


    Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Knife,

    ich habe für 4 Wochen Harleymiete (Heritage Softail) im Jahre 2008 2.500 € bezahlt.

    Hier gilt wohl je länger die Mietdauer, desto "günstiger"......

    Motelübernachtungen lagen (in der Regel ohne Frühstück) je nach Ausstattung zwischen 35 - 55 €.

    Hotelkosten eher bei 120-180 €

    Spritpreise waren in 2008 sehr günstig....

    Essen ist ebenfalls günstig....

    Ich hatte mir 2008 pro Tag einen Betrag von ca. 50 € für Übernachtung, Essen und Sprit geplant....

    Die heutigen Flugkosten sind zu damals stark gesunken......

    Was ausserdem durchaus teuer zu Buche schlägt sind etwaige Gebühren / Eintrittsgelder zu manchen Sehenswürdigkeiten.

    Richtig "abgekocht" wurde ich zum Beispiel auf dem "Skywalk" (einer Aussichtsplattform über den Grand Canyon).

    Las Vegas war teuer, Aber auch die Hotelkosten in Santa Barbara am Highway Nr 1 standen Las Vegas in nichts nach.....


    Ich glaube ich habe in 2008 für 4 Wochen USA für alles zusammen (Motorrad, Flug, Essen, Übernachtung, Eintrittsgelder) ca.

    8.000 € ausgegeben. Aber Du kannst mir glauben, das mir kein Cent davon leid getan hat.....

    Grüße aus Schermbeck
    Jobo VRCC #14815

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jobo ()

  • EINE IDEE, die ich hier einfach mal ungefiltert veröffentliche und zur Diskussion stelle:


    Diverse Valkyries werden aktuell auf craigslist für zwischen 5.000 und 6.000 USD angeboten.

    Ich habe als Neuling ja noch nicht so viel Einblick auf die internationalen Verknüpfungen, aber soweit ich das bisher verstanden habe gibt es doch ausgezeichnete Verbindungen zwischen den Foren, Stammtischen und Gruppen. Und sicher auch nach Nord-Amerika.

    Könnte nicht jemand mal nach drüben Kontakt aufnehmen, ob sich jemand finden lässt, der eine Valkyrie kauft, wartet und für einen zu bestimmenden Preis den Forumsmitgliedern zur Verfügung stellen würde (daraus ließe sich bei genauerer Betrachtung ja sogar eine Geschäftsidee entwickeln …)


    Gruß

    Wolfgang

  • Lieber Knife,

    hoffentlich haste Zeit, wird lang....richtig lang! Also Teil 1 (hier sind nur max. 10.000 Zeichen möglich)

    Getreu dem Motto, alles kann nichts muss...kannst Du genau das auf die USA übertragen.

    Erst einmal musst Du Dir zeitig genug ein Einreisevisum besorgen, am besten online und genau da geht's schon los. Hier musst Du die richtige, am besten offizielle Seite, der amerikanischen Einreisebehörde finden. Unter Google tummeln sich leider nur allzuviele "Hilfsorganisationen", die Dich einfach nur abfetten wollen und Dir anstatt der fälligen 14$ gerne bis 115 $ für "ihre" Bemühungen berechnen. Auch hier gibt es reichlich Artikel, die man nachlesen kann, wo genau vor solchen Seiten gewarnt wird!


    Um also in die USA zu kommen, musst Du erst einmal 14 $ berappen um dieses ESTA Visum zu erhalten. Dann dauert es manchmal etwas länger, als gedacht und gefühlt, bis man es üblicher Weise erhält. In manchen Fällen wird es dann unverständlicher Weise auch gar nicht online erteilt und dann musst Du zu einem Konsulat oder Dich direkt an die Botschaft in Berlin wenden.

    Obwohl man eigentlich per E-Mail in der Regel die Zusage erhält, dass das Visum erfolgreich ausgestellt wurde, ist es in unserem Fall leider genauso leider nicht gewesen und ich habe erst als ich mich wieder bei der ESTA Behörde eingeloggt hatte, was man laufend unter seiner persönlichen Registrierung machen kann, über den jeweiligen Status informieren können und konnte so dann sehen, dass das Visum erteilt wurde.


    Wenn Du möglichst preisgünstig rüber möchtest, kann ich Dir von Pauschalangeboten nur abraten. Selbst mit Flug und Unterkunft mit Verpflegung komme ich bei individuellen Buchungen, die ich bisher gemacht habe immer günstiger bei weg, auch wenn das Angebot noch so verlockend sein sollte. Einfach dann einmal bei Trivago oder sonstigen Plattformen nach den einzelnen Bewertungen der bei den Pauschalangeboten präsentierten Hotels schauen, dann weißt Du sehr schnell, was Dir gerade für eine Unterkunft offeriert wird und warum es so günstig erscheint.

    Für die Einreise in die USA ist üblicher Weise zudem noch eine "Spende" für deren Tourismusbehörde zur Werbe-Unterstützung in Höhe von 25 $ fällig -in der DDR hieß das Zwangsumtausch!!. Bei Pauschalangeboten ist die in der Regel enthalten, in der Regel auch bei den billig Angeboten über gewisse Plattformen für reine Flugreisen, die dann im Flugpreis mit enthalten sein sollten. Das sollte man beim Preis auch immer berücksichtigen und ist häufig pauschal unter Steuern und Gebühren mit enthalten. Manchmal aber eben auch leider nicht und wird dann noch einmal extra erhoben, wenn man einreist.

    Als wir von S.F. nach Mexico und wieder zurück nach L.A. für keine 170,--€/pro Pers, gebucht hatten, war ich doch über die Steuern und Gebühren -taxes- etwas arg überrascht, die beliefen sich nämlich auf über 120,--€. Hin sind wir mit Allaska Airlines geflogen, einfach absolute Spitzenklasse und zurück mit United Airlines, na ja ging so, immerhin genügend Beinfreiheit.

    ...und nun kannst Dir ausrechnen, was die einzelne Airline noch verdient hat, wenn 1,5 Std. Flug von Mexico nach L.A. 19,90€ gekostet haben und der Flug von S.F. nach Mexico 3,5 Std., einschl. Vollverpflegung einschl. alkoholischer Getränke, dauerte.


    Generell ist Fliegen in Amerika sehr, sehr günstig! Voraussetzung auch hier, zeitig buchen! Zudem gibt's, früher hießen die "round about" tickets, heute Rundflugtickets, wo man 3, 5, 7 oder gar 9 verschiedene Destinationen anfliegen oder wieder sogar auch wieder zurück fliegen kann. Für zu einem hier kaum vorstellbaren, günstigen Preis. Es gibt 3-5 große, wirklich große Fluggesellschaften in den Staaten. Daher sollte man sich erkundigen, wo die ihren Heimatflughafen, also ihren Hauptsitz, haben. Das ist jeweils wie ein zentraler Flughafen für die jeweilige Gesellschaft und von dort gehen alle Flüge überall hin und das in der Regel sehr günstig. Also fliegt man diesen Flughafen an und steigt dort dann um. Innerhalb Amerikas so, wie wenn man hier Bahn fährt. Ausser, dass die Flieger dort in der Regel zu über 90% pünktlich sind!


    Die günstigsten, mir bekannten Flüge gehen in der Regel nach N.Y.(New-York), danach nach Florida, nicht immer nur ausschließlich Miama Intntl., manchmal ist auch Tampa, Fort-Lauderdale oder noch andere nicht ganz so bekannte Städte/Flughäfen dabei. Tampa ist meistens dann wirklich günstig, wenn Disney World in Orlando gerade besondere Angebote pusht.

    Die teuersten Amerika Flüge gehen in der Regel nach Kalifornien, muss aber eben auch nicht immer unbedingt so sein, wie ich Dir beweisen kann. Aber Kalifornien steht auch bei den allgemeinen Lebenshaltungskosten eben schon ganz weit oben in den USA, was Du überall merken wirst!


    Wir hatten im Dezember'18 oder Januar '19 für Ende April'19 unseren Flug gebucht. Auf gewissen Plattformen kann man nicht nur nach dem günstigsten Monat sondern sogar auch noch nach dem günstigsten Wochentag suchen lassen -idealo-. Aber eben auch immer die allgemeine Wetterlage im Auge behalten und wenn man, was den Abflughagen betrifft dann noch flexibel ist und mit dem "Umsteigen" kein Problem hat, kommt man ziemlich günstig dahin, wohin man möchte, Internet sei Dank! Wir wollten dieses Jahr eigentlich in die Südsee, aber eine jetzt ehemalige Arbeitskollegin von Romy machte uns unseren Traumurlaub zunichte. Dann lief auf RTL der Bachelor und als ich mit einem Auge zusah, stand der Entschluß fest, dass wir dieses Jahr nach Kalifornien und die Baja California, Mexico fahren, wo die diesjährige Sendung größtenteils gedreht worden ist und ich weiß, wie schön es dort ist, weil ich dort vor 30 Jahren oft hinmusste, da mein working permit nur für max. 9 Monate galt.

    Hierbei fiel mir auf, dass viele sehr günstige Flüge nach den USA nicht nur von London aus gehen, sondern auch von Paris. Wer hätte das gedacht? Wo die sich so gut leidern können, politisch. Bei Gabelflügen, also mit Umsteigen, auch immer berücksichtigen mit wieviel Gepäck man unterwegs sein möchte!! Hat man z.B. ein großes Gepäckstück dabei, muss man für jeden Flug des Gabelfluges evtl. hierfür extra bezahlen!! Das kann und wird in der Regel dann richtig teuer!! Wir sind nur mit Handgepäck geflogen, allerdings war die Hauptfluggesellschaft United Airlines und insofern gelten deren Gepäckvorschriften! Wichtig wenn zwischendurch Lufthansa oder wie bei uns Swiss Air, Tochter von Lufthansa, die alle zur Star Alliance gehören auf einmal als Fluggesellschaft mit auftauchen, da United an die den Flug abgegeben haben. Die haben die mit Abstand bescheidensten Gepäckvorschriften. Handgepäck auf 7kg limitiert, United 13-15kg!!


    Weiter mit Teil 2!


  • Teil 2:

    Also Hin- und Rückflug von Paris aus für 569,--€ p.P. gebucht. Der günstigste Flug nach Florida wäre zu diesem Zeitpunkt für 599,--€ zu haben gewesen.

    Ich wohne am Hochrhein, gerade gegenüber vom Züricher Flughafen Kloten. Hier hätten wir einen Flug für 799,--€ erhalten können. Also mit der Bahn am späten Morgen einen Tag vor Abflugtag nach Basel, 10,80€. Mittags von Basel mit dem TGV nach Paris für 25.--€ p.P.. Vier Stunden später Ankunft in Paris. Eine Rundfahrt mit hop on hop off Bus, ein bisschen den ausgebrannten Notre Dame angesehen, so weit man herankam und dann ins La Fayette...einkaufen bestaunen. Gegen 20 Uhr mit der U-Bahn dann ins Hotel direkt am Abflughafen CDG, Charles de Gaulles, knapp 30,--€, nichts besonderes, aber nach einem Tag mehr oder weniger anstrengender Reise ging's sowieso nur um's Schlafen oder anschließendem Duschen. Vorher noch kurz Abend gegessen im Hotel gegenüber bis knapp vor 23 Uhr. Gegen 4:15 Uhr mit Uber für 10,--€ zum Flughafen. Abflug 6:30 Uhr nach München, pünktlich, gegen 8:15 Uhr Ankunft und Aufenthalt in München. Ca. 4 Stunden, wobei man immer spätestens 1 Std. vor Ab- bzw. Weiterflug wieder zum Check in muss, wenn man schon online eingecheckt hat. Kann man teilweise auch am Flughafen noch erledigen. Ich mache das meistens spätestens eine Nacht vorher.

    12:30 Uhr Abflug nach San Francisco (S.F.), billigste Flugklasse, mit United Airlines, habe mir bewusst auf der Buchungsmaske nichts Zusätzliches andrehen lassen, weil ich weiß, dass die über genügend Beinfreiheit verfügen, für meine 1,85 m absolut ausreichend, wenn ich mehr Beinfreiheit buchen würde, würde das wohl nur für die Breite gelten(?) und so fett bin ich nun auch wieder nicht, viele Amis schon eher.


    Ankunft gegen 17 Uhr am selben Tag, Zeitverschiebung! Ich habe zwischendurch super gut geschlafen, Romy konnte das leider nicht. Hat sich dafür das Entertainment Programm, Auswahl über 50 verschiedene Top-Filme, auch in deutsch synchronisiert, rein gezogen. Kopfhörer gibt's übrigens gratis - früher musste ich sie noch bezahlen...

    Also gut entspannt bei strahlendem Sonnenschein in S.F. angekommen. Dann allerdings über 2 Stunden für eine total besch....eidene Einreise gebraucht, wo man sich teilweise wie Vieh vorkommt und von den Einreisebeamten wie das Allerletzte behandelt wird, was man auf jeden Fall über sich widerspruchslos ergehen lassen muss, da man sonst erst gar nicht hereinkommt. Wir haben es selbst bei drei Personen gesehen, die fast gewalttätig aus dieser Halle mit entsprechendem Personalaufwand, ich glaube es waren zehn Cops, entfernt wurden. Ziemlich genauso, wie wenn Du früher bei einem Türsteher am Ratinger Hof in D'dorf nicht vorbei gekommen bist. Es war erschreckend!


    So dann endlich noch den Mietwagen abholen, um noch eben den Sonnenuntergang bei der Golden Gate zu erleben. Mein in Deutschland gebuchtes Auto mit 1Mio. Haftpflicht, reicht aus, auch wenn Dir jeder 100 Mio. andrehen will, und Vollkasko für alles und jedes, also Scheiben, Dach, Reifen und Unterboden...ganz wichtig und jedes Mal drauf achten!! In der compact class gebuchtes Auto für keine 30€ pro Tag!! Inklusive aller Versicherungen - also nichts zusätzlich am Schalter aufschwatzen lassen - kriegst Du hinterher nicht reklamiert, weil Du hast unterschrieben, entsprechend wird abkassiert und abgebucht!! Ohne Creditcard kein Mietwagen, wenigstens nicht bei den Gängigen!


    Anschließend nach Brisbane, nächster Vorort zum Flughafen von S.F. Interntl., zur Unterkunft. Wir hatten uns für ein recht günstges Angebot von Airbnb entschieden. Kann man machen, muss man aber nicht. Auch hier gibt's wie überall sehr große Unterschiede, vor allem aber auch im Preis. Den Bewertungen kann man nicht immer trauen, weil negative Bewertungen von Airbnb dann nicht veröffentlich werden, wenn der Host, also derjenige, der die Herberge zur Verfügung stellt, für den Beherbergten, also Dich, bewusst keine Bewertung abgibt, wenn er z.B.damit rechnen kann, eine schlechte Bewertung zu erhalten. Das ist spätestens wohl dann der Fall, wenn man zweimal oder gar öfter anrufen muss, um Mängel an der Herberge mit zu teilen.

    Die erste Unterkunft hatte hervorragende Bewertungen, trotz eines Preises von nur etwas über 30,--€/Nacht. Da nur als Zwischenaufenthalt geplant, Jetleg, Aklimatisierung etc.pp.war's im großen und ganzen ok. Die Leute echt super nett, so wie sie halt in der Regel sind, ansonsten recht klein, aber zum Schlafen hat's gereicht und da ich mich in S.F. auch noch gar nicht auskannte, haben wir viel Zeit unterwegs verbracht, so dass wir abends immer gut geschafft ins Bett gesunken und sofort eingeschlafen sind. Hier haben wir also richtig Geld gespart, weil S.F. in Sachen Hotels richtig bös teuer ist. Auf allen Portalen kein interessantes Hotel unter 240,--€!! Wichtig zu wissen, der übliche Standard der Hotels ist sehr, sehr gut! Die Betten einfach klasse, Minimum Queen Size, in der Regel King Size, oft das mal zwei, ob man's braucht oder nicht, Verschwendung ist hier Alltagsgeschäft und immer Boxspringbetten!! Eine Bewertung unter 9 ist nicht so oft üblich, kann aber teilweise in Kauf genommen werden, unter 8.2 wäre ich in Amerika sehr vorsichtig!!


    Kannst Du gerade auch in S.F. noch bekommen, aber bei 7.9 ist das alles mit großer Vorsicht zu genießen, dann liegst Du immer noch bei mind. 150,--$ für ein einigermaßen gescheites Hotel. Wichtig hierbei ist nämlich die Lage, Nähe Flughafen absolutes nogo, Fluglärm auch nachts. In den wenigsten Fällen gibt's hier kein Nachtflugverbot. ...und dann kommt's ganz gravierend auf den Stadtteil an. Zu weit draußen, ewig lange Fahrten zu den Sehenswürdigkeiten, Staus sind hier die Regel ab spätestens 14:30 bis spät abends, egal wo, S.F. oder L.A., trotz teilweise 16 spuriger Autobahnen!!! Romy ist das Gesicht stehen geblieben!!

    Oft treibt sich das allerletzte Gesindel in der Gegend herum, wo man ein relativ gut bewertetes aber noch bezahlbares Hotel meint ergattert zu haben. Also wirklich sich vorher erkundigen und teilweise bis zu fünf Seiten Bewertungen lesen. Selbst eben bei Airbnb nachschauen, wo die Unterkunft wirklich liegt!! Im eigenen Interesse...ansonsten geht's ohne viel gesehen zu haben ohne einen einzigen Cent wieder retour oder schlimmsten Falls in der Kiste. Mag sich übertrieben anhören, wenn Du erst einmal in dem falschen Stadteil oder Block unterwegs bist, wirst Du es merken. Übrigens kennen die auch schon ganz genau die Verstecke, wo Du Dein Bargeld "ganz sicher" vor genau diesen Leuten versteckt hast, in den Schuhen, in den Socken, im Gürtel oder im Hosenbund oder weiß der Teufel wo und die sind mit dem Teufel per Du! Die haben nichts, aber rein gar nichts zu verlieren und haben direkt ein paar Kollegen zur Hand, die ihnen helfen und sich die Beute dann teilen...und Du??

    Also Vorsicht und Porzellankiste!


    Ansonsten hast Du auf jeden Fall die freie Wahl von bis ins Unendliche. Von den Preisen aus 2008 kannst Du Dich ganz locker verabschieden. Das ist Geschichte und wird nie wieder zurück kommen! Ich könnte noch von 6 Jahren vorher erzählen, wo Du rund um die Disney Worlds, Anaheim, L.A:, Orlando - Florida, für unter 50$ top Hotels standby, also am selben Tag an der Straße in Agenturen in so kleinen Häuschen buchen konntest. Frühstück, all you can eat, 1,99$, mittag -Lunch- 2,99-5,99$ und Abendessen -Dinner- 7,99$ bis max. 10,99$ immer all you can eat einschl. Softdrinks oder gar Bier, soweit man zu Miller oder Anheuser Busch überhaupt Bier sagen kann, und vor allem das war kein Fraß!! Super Essen mit irrsinniger Auswahl an 4-6 Buffetstraßen, so lang wie hier ein ganzes Hotel, also min. 10-15 Mtr. und eben sogar auch in Las Vegas! Dorthin gehen manchmal übrigens auch ganz günstige Flüge und Du kommst direkt ganz günstig wieder weiter.


    Jetzt noch etwas ganz Wichtiges! In Vegas werden Dir teilweise, wie früher, für "ganz kleines Geld" Übernachtungen in Top-Hotels angeboten. Voooooorsiiiiicht!!! Hier ist die nachträglich aufgeschlagene "Fee" zu beachten!! Die hat's in der Regel dann richtig in sich und muss beim "offer", also in der Werbung nicht erscheinen. Genauso wenig wie die Mehrwertsteuer! Die meisten Preise, die Du draußen an irgendwelchen Tafeln siehst, sind Netto-Preise, also rechne immer noch die jeweilige Tax hinzu und kalkuliere gerade auch beim Hotel die "Fee" hinzu, erst dann bist Du auf der sicheren Seite. Auch und gerade in S.F. und L.A. wird das mit der Fee immer schlimmer. Ähnlich wie in Italien im Restaurant mit dem "Coperto" wo Du früher nur mit 1-2 € pro Person zusätzlich belastet wurdest, weil Du ja höflich bedient wirst...ja hallooo?? Bin ich im Restaurant?? Gehört das vielleicht zum Geschäft?? Jetzt verlangen die mittler Weile schon 5 €/p.P.. Wehret den Anfängen kann ich da nur sagen.

    Der Oberknaller ist aber mittlerweile der in Amerika übliche Tip, also das Trinkgeld! Früher hatten die "armen Schweine", die sich den Job ausgesucht hatten, und das waren wirklch arme Schweine, nichts aber auch gar nichts zu lachen. Die standen sich für 50 Cent Stundenlohn teileweise die Beine in den Bauch. Das war auch vor 20-30 Jahren schon nicht einmal ein Hungerlohn, wo man hierzulande wenigstens schon 10 DM in der Stunde im Service verdiente!

    Die lebten drüben rein vom Tip. Deswegen waren die immer und überall am Tisch, wie ein Oktopus, mit teilweise bis zu 10 Armen...mir gefällt's, ist und war aber wohl Gewöhnungssache. Wenn man zufrieden oder sehr zufrieden war, gab's 15% für den Kellner auf die Bruttorechnung oben drauf. Wenn's nur gut war, 10%, lässt sich vor allem für Schwaben und Kaufleute auch am einfachsten rechnen...5% immer noch, selbst wenn's nicht so doll war, lässt sich für gewiefte Kaufleute sogar noch schneller als 10% rechnen, weil ist ja nur die Hälfte davon...:tongue::tongue:

    Nur wenn's wirklich unterirdisch war, gab's nichts und das dann aber auch nur mit Begründung!


    Weiter mit Teil 3:


  • Teil 3:

    Heute ist das alles anders!! Früher gab's vor allem noch oft den "cashier" am front desk, der auch die Kohle, die zu bezahlen war einstrich, den Tip ließ oder lässt man heute auch immer noch auf dem Tisch offen liegen, so dass ihn jeder sehen kann. Kommt der Ami Mentalität sehr entgegen, "schau mal was ich mich leisten kann!" Heute präsentiert Dir auch und gerade in guten Restaurants, die noch um einiges höher liegen als hierzulande, der Kellner die Rechnung, die er dann auch kassieren darf. Das war früher eher selten der Fall.

    Und nun aufgepasst!!! Wenn Du mit Karte bezahlst, was die meisten tun, bekommst Du auf dem Display verschiedene Beträge angezeigt, die Du bezahlen kannst...Du denkst...häääää??? Was ist das jetzt hier?? Wo bin ich?? Ich darf mir noch etwas wünschen?? Wo ist mein Geschenk?? Ich bekomme noch etwas nach Hause geliefert?? Neeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnnn!!! Du erhältst mindesten drei verschiedene Vorschläge, was den Tip für den Kellner betrifft und wenn Du Glück hast, aber da musst Du wirklich schon richtiges Glück haben, ist die teuerste Version die mit den 15 %. Gute Restaurants, ich wiederhole mich, sind nicht günstig, billig schon gar nicht, aber eben haben in der Regel richtig gesalzene Preise und geben Dir daher gern die Möglichkeit mindestens noch einmal 25% Tip an den Kellner abzudrücken! Capice??!! Also ich will Dich nicht davon abhalten, ein solches Lokal zu besuchen, aber evtl. empfiehlt es sich vorher einen Bausparvertrag aufzulösen...da gibt's im Moment ja eh keine Zinsen mehr!! Aber es geht nichts über frischen Fisch an welcher Küste auch immer oder eben ordentliche Tenderloin oder fast so gut Stirloin Steaks...ach wenn ich nur dran denke, läuft mir das Wasser schon wieder im Mund zusammen und dazu den richtigen Wein...im Himmel könnt's nicht leckerer sein...schöner vielleicht??

    Aber lass' Dich in keinem Bundesstaat mit Alkohol am Steuer erwischen, selbst wenn es in irgendeiner Stadt Kentucky's erlaubt sein sollte. Der jeweilige Sheriff ist das Gesetz und bestimmt, wo Du übernachtest und wie teuer das wird!! Und wenn der Dich kontrolliert und sagt bzw. ruft Dir "freeze" zu, dann bewegst Du Dich bitte keinen einzigen Millimeter mehr!! Atmen ganz, ganz still und leise erlaubt!! Aber bitte gaaaaanz ruhig!! Hat auch schon so Einigen das Leben gekostet und ist immer und in jedem Fall von Rechts wegen abgesegnet...und Einspruch kannst Du dann sowieso nicht mehr erheben!!


    Um das mit dem Tip dann stimmungsvoll noch abzuschließen, wir waren am späten Vormittag in einem !!!Self-Service-Café!!! wo wir jeder zwei - drei Teilchen hatten und jeder eine Tasse Kaffee für zusammen ca. 15$. Auf dem Rechnungsdisplay an der Kasse an der Theke, also nicht mit dem Ding am Tisch und Karte rein stecken, bedienungstechnisch, nein an der Theke erschien dann im Display die Möglichkeit sich zwischen nichts, 10 - 15 oder 20% Tip zu entscheiden. In dem Moment, wo Du eins antippst, wird das drauf gerechnet, manchmal der Betrag eben noch nicht einmal extra mit ausgewiesen, also nichts für Kopfrechen-Legastheniker(!!). Also was glaubst Du wofür ich mich entschieden habe?? Genau!! Self Service, soll ich mir die Teilchen jetzt noch selbst backen, Kaffee rösten und kochen?? Es gibt nichts, was es nicht gibt - Amerika, das Land der absoluten Unmöglichkeiten!!!


    Aber schön war's trotzdem. Vor allem die Leute im Land!! Größtenteils einfach so klasse und so freundlich, nicht nur weil sie einem etwas verkaufen möchten sondern einfach auch so auf der Straße. "Don't hesitate to ask"...schäme Dich nicht oder tue Dir keinen Zwang an, Leute einfach einmal so anzusprechen...sie lieben es und in der Regel bekommst Du immer eine freundliche Antwort, auf jeden Fall eine ehrliche!!! Frag' mich einmal dazu, wie das hier mit den Leuten im Schwarzwald oder Hochrhein ist...als ehemaliger Düsseldorfer - Wuppertaler - Ruhrpöttler sage ich da rein gar nichts zu.


    In diesem Sinne, eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete und wenn Du Dich dann noch gut informierst und hier einfach einmal genügend Leute ansprichst...es gibt auch jede Menge Reiseforen, einfach genau erkundigen, aber aufpassen, ob nicht auch da ein Verkaufsportal hintersteckt.

    Ich habe teileweise die günstgsten Preise über check 24 erhalten. Wenn Du Dich bei mir meldest, erhalte ich sogar von denen noch eine Gutschrift, wenn ich Dich als Interessent empfehle und Du über die buchst, gebe ich dann gern an Dich weiter! Oder booking.com, da ebenfalls, Vermittlungsprovi auch, sogar Airbnb macht das und Uber, in Amerika, wenn man gerade kein Auto oder Mopped unterm Hintern hat, übrigens auch, auch und gerade Vermittlungsprovi, die dann aber von Deinem Fahrpreis abgezogen wird. Wer das mit den Vermittlungsprovis wohl erfunden hat, Marketingtechnisch??...ach die Amis waren's wohl wieder...=)=)=)


    Also viel Spaß bei der oder den Vorbereitungen...die mir auch schon immer höllisch Spaß bereiten!! Wenn ich mal Zeit habe, schaue ich schon immer mal wieder gerade so rein, was gerade wo, wohin, welche Flüge kosten...und freue mich schon drauf, wenn's dann irgendwann mal klappt, vor allem dann, wenn ich sie zum späteren Zeitpunkt evtl. noch günstiger bekomme. Aber so bin ich halt... Sind halt die kleinen Freuden des Mannes...


    Beste, sonnig heiße Grüße vom Hochrhein

    Rainer

  • Hallo Rainer.

    sorry dass ich mich jetzt erst melde, aber ich war unterwegs.

    Vielen Dank für Deine Mühe und die mehr als ausreichende Schilderung!


    Gruss

    Knife

    Schicksal hat nichts mit Zufall zu tun, sondern mit Entscheidungen!!