Motor reinigen

  • Der Ersatzmotor, der in meinem Mopped den Dienst verrichten soll hat schon einiges erlebt. Er ist rechtschaffen dreckig geworden über die Jahre. So bau ich den nicht ein. Der wird geputzt!


    Der Deckel des Thermostatggehäuses zeigt Sickerspuren von Kühlmittel und die Schrauben haben einen Anflug von Rost.


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    Der Zulaufflansch der Wassserpupen ist regelrecht verkrustet von Sedimenten.


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    Diese Verkrustungen lassen sich aber trocken abreiben. Ich verwende dazu so einen Topfreiniger aus feinen Edelstahlspänen.

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    So sieht dieser Flansch an meinem kaputten Motor aus, mit 47.000 km.


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    So sieht der Flansch am Ersatzmotor aus, nachdem ich ihn sauber gerieben habe.


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    Vorbereitung um den Motor zu reinigen



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    Um besser an die Oberfläche des Motors zu gelangen, schraube ich die Sammelrohre des Sekundär-Luft-Systems (SLS) ab.


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    Die 4 Bolzen zeigen sich in völlig unterschiedlichen Graden der Verwahrlosung.



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    Ich habe gerade die schwarzen Gummirohre von den Rohren des SLS abgezogen. Fettiger Dreck in der Farbstellung "Edelschwarz".



    Der erste Reinigungsgang erfolgt trocken mit Stahlwolle auf dem Alu der Motors.


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    Rechts sieht man schon den ersten Erfolg.


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    Ich verwende feine Stahlwolle in der Körnung 0. Die ist nicht für Arbeiten auf Chrom geeignet! Also vorsicht, die macht Kratzer.


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    Ich reibe den Motor mit der Stahlwolle ab. Das entfernt den anhaftenden Belag aus Öldunst und Staub, bindet aber auch alle groben Partikel ,die auf dem Motor kleben.


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    Nach diesem ersten Arbeitsgang fege ich gelöste Krümel mit einem breiten Pinsel vom Motor.


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    Wie man sieht komme ich mit der Stahlwolle schlecht in die Hohlkehlen und 90°-Krümmungen. Diese Bereiche reinige später im 2. Schritt.


    Aber erst kümmere ich mich um den größten Schandfleck, den Kupplungsdeckel.


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    Die O-Ringe von Lichtmaschine und Anlasser kommen ihrer Pflicht nicht mehr nach und Motoröl kriecht an den Öffnungen im Motordeckel raus auf den Kupplungsdeckel, wo es eine innige Verbindung mit dem Strassenstaub eingeht.


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    Schon die Oma wußte, Teerflecken bekämpft man mit Butter. Daher löse ich gehärtete Fette mit leicht flüchtigen Fetten, nämlich WD40!



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    Aufsprühen, kurz einwirken lassen und mit der Stahlwolle reiben.


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    Das löst die feste Verkrustung auf -


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    - und sie kann mit einem Lappen weg gewischt werden!


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    Sauber! Das war einfach. Die Arbeit steckt natürlich auch hier in den Winkeln und Ecken.


    Die reinige im 2. Arbeitsgang.


    Wird fortgesetzt...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

  • Wie ich schon ausführte, machen die Kanten und Winkel die meiste Arbeit.


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    Mein Werkzeug der Wahl ist hierfür ein Borstenpinsel, der mit WD40 getränkt den Schmutz wegbürstet.


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    Gerade in den schmalen Spalten rund um die Befestigungsschrauben ist dieser Pinsel besonders wirksam.


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    Wenn aber, wie bei mir, diese Ecken mit ölgebundener Erde verkrustet sind, verbaucht man zuviel WD40 um den Dreck rauszuwaschen. An diesen Stellen entferne ich den Grobschmutz mit ein paar Spießen aus Holz.


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    Auch hier, zwischen Kupplungsdeckel und der Öffnung für den Anlasser, gibt es reichlich Grobschmutz zum Rauskratzen,


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    So sieht das dann am Ende aus:


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    Der Schmutz verbarg aber auch Lackschäden. Hier ist wohl nach einem Wechsel der Bremsflüssigkeit im Hydrauliksystem der Kupplungsbetätigung selbige am Kupplungsdeckel runter gelaufen. Bremsflüssigkeit greift den Lack an und wie zu sehen ist, hat sie großflächig ihre Arbeit getan. Andererseits ist das eine Stelle, an die man bei eingebautem Motor schlecht rankommt um sie sauber zu wischen. Egal, das sieht sowieso keiner.



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    Hier habe ich einen halben Acker rausgekratzt, als ob die Maschine auf einem Feldweg zum Nordkap gefahren wäre!


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    Auf der Oberseite ist es natürlich einfach die Kanten mit dem Borstenpinsle zu reinigen.



    Wird fortgesetzt...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • "Mühseelig ernährt sich das Eichhorn!"


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    Noch eine kleine Nebenbetrachtung:

    An meinem kaputten Motor sind die Wasserrohre, die zum Thermostatgehäuse führen, blind und haben Flecken vom Flugrost.


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    Dieser Flugrost läßt sich mit WD40 lösen!


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    Aufpinseln und ein wenig "schrubbern" -


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    Nur an wenigen Stellen sitzt der Rost hartnäckig auf dem Chrom. Hier muß man dann mit etwas Chromputz für Sauberkeit sorgen!



    Ich habe dann auch die Sammler des SLS gerreingt


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    Hier der direkt Vergleich vorher/nachher.


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    "Das Werk lobt den Meister"


    Besonders im direkten Vergleich:


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    Jetzt bleibt nur noch der vordere Motordeckel zu reinigen:


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    Ich hatte schon reichlich WD40 drauf gesprüht, als ich bemerkte, dass ich noch kein "VORHER-Bild" gemacht hatte.


    Dieser Bereich ist immer dem Schmutz ausgesetzt, den das Vorderrad nach hinten wirft. Der Mangel an glatten Flächen erschwert die Reinigung ungemein!


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    Festgebrannter Dreck, Alufras unter der Lackierung und abgestrahlte Bereiche, auf denen der Lack mechanisch entfernt wurde, lassen diesen vorderen Motordeckel echt alt aussehen! Die schwarzen Flecken auf dem Gehäuse der Wasserpumpe waren Teerspritzer.


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    Besser wird das nicht. Aber, wenn ihr von irgendwo einen Ersatzmotor angeboten bekommt, ein Foto des vorderen Motordeckels zeigt wie alt der Motor ist!


    So, diesen Motor kann ich einbauen ohne dabei schmutzige Finger zu bekommen!

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Schöne Arbeit, gratuliere Dir zu Deiner Ausdauer! Ich mach sowas im "ersten Waschgang" immer mit Diesel / Benzingemisch und Pinsel, da bekommt man schon viel weg. ... da sparst Dir später auch noch den Joint, das zieht richtig rein! :ironie:- sagte schon mein Opa! Viel Spaß dabei weiterhin, Grüße aus Tirol - von Roman.

  • Hallo Martin,

    ich habe ja ein Saisonkennzeichen.

    Nachdem ich Deine tolle Arbeit sehe :denk2:, also ab Dezember....... Du aaaahnst es.:lol::lol::lol:


    Freundliche Grüße

    Richard :chop:

    Anette sagt. "Farbe egal, hauptsache schwarz"
    Anette und Richard VRCC # 36688

  • Hallo EO bin noch nicht so richtig aus Norwegen zuhause ist doch einiges angefallen.

    Aber bitte Frage Berni wann die Kupplung getauscht wurde , sicher ist es aber besser aus deinen Orgi Motor das Kupplungs Paket in den noch sauberen Motor einzubauen,ist nur eine Stunde Arbeit und du bist auf der sicheren Seite Gruß ROX

  • Hallo Ulli,


    für dich habe ich schon wieder einen Sack Fragen - ich werde aber jetzt erst Mal den Motor so einbauen wie der ist - der bleibt nur so lange in meinem Rahmen, wie ich für die Reparatur meines Motors brauche. Ich werde also auf dich zurück kommen, wenn ich diesen auseinander nehme.


    Gruß, EO

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

  • Mönsch, die gehn joa noch! Werner tüddel doa ma midde Droahtbürste rüber, die wern wie neu!

    :lol:

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Hallo Waterbrunn,

    Eine frage

    Hasst Du die 'pair control valve' und die Sammler des SLS (pair check valves) auch geöffnet und von Innen gereinigt?
    Ich frage das weil zu meinem Verständnis es 3 'Reed Stoppers'.(dunne Blattfedern) darin gibt die den Luftausstoß vom Luftfilterkasten zu den Auspuff steuern und an den vacuumschlauch vom Einlasskanal Nr . 3 und 5 anschließen
    Wenn die Blattfedern verschmutzt und verstopft sind ( und das ist wahrscheinlich nach 20 Jahren), läuft der Motor möglicherweise nicht richtig.


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  • Hallo Beer 1952 So was wird immer vergessen auch ich der 40 Jahre an den Teilen Schraubt DANKE . DER EO WIRD ES SICHER NACHHOLEN.

    aber einige bauen die Teile auch ganz aus am Kopf sind zwei einlässe und unter dem krümmer ist ein auslass der muss zu gemacht werden. Sei dir sicher der Motor dankt es dir. Es gab einen umbausatz aus der USA Gruß ROX

  • Hallo Waterbrunn,

    ich habe das schon einmal 1983 bei einer 1200derter, 4-Zylinder Gold Wing gemacht.

    Hinterher hatte ich fast eine Sehnenscheidenentzündung von der stundenlangen Rubbelei.

    Ich verneige mich vor Dir und Deiner Repräsentation und Deiner Arbeit.


    LG Hotte

  • Freunde ich möchte euch nicht in Versuchung bringen es ist in Europa verboten diese Spaß Bremse auszubauen,Die ersten Motoren hatte diese Teile nicht verbaut, EO hat dafür ja den Beweis der gebrauchte Zylinderkopf war dafür nicht vorgesehen ,Berni war da bei seinen Bastelstunden immer auf dem richtigen weg,und ich habe mich ja zurück gehalten . ROX .