Chokemechanik prüfen

  • Die Chokemechanik prüfen


    Da wir gerade davon sprachen und heute Nachmittag kurz der Sturzregen aufhörte, habe ich "mal eben" die Chokemechanik frei gelegt und ein paar Fotos gemacht.


    Wir benötigen nur einen mittleren Kreuzschlitzschraubendreher um uns der Chokemechanik zu nähern. Die Abdeckung der Chokebedienung wird nur von drei Kreuzschlitzschrauben gehalten, die wir der Reihe nach losdrehen.


    Wenn wir die Chokemechanik prüfen wollen, so reicht es nur auf der rechten Motorseite den Deckel der Chokemechanik abzunehmen. Die Chokemechanik auf der rechten Seite ist mit der Chokemechanik links verbunden. Bewegt sich die Mechanik auf der rechten Seite, tut sie das auch zwangsläufig links. Ich zeige beiden Seiten.


    Die Abdeckungen der Chokemechanik sind links und rechts spiegelsymetrisch. Ich zeige also nur auf der rechten Seite, wie die Abdeckung losgeschraubt wird.



    Als erstes schraubt man die Schraube oben auf der Abdeckung ab.


    f6c8718chokemechanikrz5kuo.jpg



    Als zweites die Schraube seitlich vorn,


    f6c8719chokemechanikr6vkfn.jpg



    und als drittes die Schraube seitlich hinten. Jetzt können wir die Abdeckung abnehmen.


    f6c8721chokemechanikrf3k98.jpg




    Mehr ist das nicht. Ein langer Deckel und drei verchromte Schrauben.


    f6c8722abdeckungchokeb3j4v.jpg





    Und so sieht es unter diesem langen Deckel aus:


    f6c8723chokemechanikr41jv9.jpg


    Das ist nur auf den ersten Blick verwirrend!





    Die Funktion des Chokehebels allgemein


    Der Chokehebel an der linken Lenkerarmatur wird im Warmlauf ganz nach oben gedrückt.


    f6c8731chokehebelwarmd4kxa.jpg


    In dieser Stellung sind die Chokeklappen in den Vergasern OFFEN.


    Für den Kaltstart müssen wir die Chokeklappen SCHLIESSEN. Wir drücken also den Chokehebel in Etappen nach unten. Der Chokezug hat ein sehr langes Leerspiel!


    f6c8732chokehebelwarmucj8c.jpg


    In dieser Stellung hat der Chokehebel schon die Hälfte seines Hebelweges zurückgelegt und steht jetzt erst am Beginn des Arbeitsweges der Chokemechanik. Bis hierhin hat sich an den Chokeklappen an den Vergaser noch GARNICHTS bewegt!!!


    f6c8733chokehebelkaltmkjge.jpg


    In dieser Stellung des Chokehebels haben sich die Chokeklappen erst bis zur Hälfte geschlossen.



    f6c8734chokehebelkaltakj65.jpg


    In dieser Stellung ist der Chokehebel am Ende seines Arbeitsweges und die Chokeklappen sind zu. Wenn ihr den Chokehebel nicht so weit bewegen könnt, dann ist der Chokezug verharzt und das Seil ist darin verklebt.



    Schauen wir uns an, was an der Chokemechanik passiert:


    f6c8723chokemechanikr41jv9.jpg


    Dieses Blechding quer unter den Chromdeckeln der Vergasern, in der Mitte des Bildes, ist die Chokebedienung.

    Der Chokehebel steht auf Warmlauf, er zeigt also nach oben. Die Chokeklappen sind auf. Die Chokebedienung ist mit dem Bowdenzug, der links fixiert ist, über das Langloch in der Mitte, wo der Zug eingehakt ist, verbunden. Die beiden großen Kreuzschlitzschrauben in den beiden Langlöchrn darüber erlauben der Chokebedienung eine Bewegung nach links bzw. hinten. Diese Langlöcher zeigen den gesamten Arbeitsweg der Chokebedienung. Das ist nicht viel!


    f6c8725chokemechanikrhqjxb.jpg


    Drücken wir nun den Chokehebel auf drei Viertel seines Weges nach unten, so bewegen wir die Chokebedienung bis zur Hälfte ihres Arbeitsweges. Die Chokeklappen sind jetzt "halb zu".

    Rechts im Bild erkennen wir einen messingfarbenen Stift, der zwischen der Chokebedienung und dem Vergaser aus dem Vergasergehäuse herauskommt. Dieser Stift ermöglicht es der unter Federspannung stehenden Chokeklappe sich zu schließen.


    f6c8724chokemechanikrprjrj.jpg


    Drücken wir den Chokehebel ganz nach unten, ist auch die Chokebedienung am Ende ihres Arbeitswegs. Der Messingstift aus dem Vergaser rechts ist ganz ausgefahren und die Chokeklappe dieses Vergasers ist geschlossen.

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

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  • Hier nochmal der Messingstift in der Vergrößerung


    In dieser Stellung ist die Chokeklappe auf


    f6c8735vergaser1chokesnjn1.jpg



    und in dieser Stellung ist die Chokeklappe ganz geschlossen.


    f6c8736vergaser1chokegskd6.jpg





    Schauen wir uns jetzt die Chokebedienung auf der linken Seite an.


    f6c8740chokemechanikldbkco.jpg




    Der Chokehebel an der linken Lenkerarmatur ist über den Chokezug mit der Chokebedienung verbunden. Der Chokezug ist am Lenker entlanggeführt, dann links am Lenkopf vorbei seitlich aus dem Rahmen heraus bis er die linke Chokebedienung erreicht.


    f6c8741chokemechaniklp4joh.jpg




    Rechts an der Chokebedienung ist ein Bowdenzug angebracht, der die Bewegung des Chokehebels über den Chokezug und die Chokebedienung links auf die Chokebedienug auf der rechten Seite überträgt. Die Chokebedienung auf der rechten Seite kann sich nur bewegen, wenn sich die Chokebedienung auf der linken Seite bewegt, da die linke Seite die rechte Seite zieht.


    f6c8742chokemechanikld4jw8.jpg








    f6c8743chokemechanikrgzjn9.jpg


    So steht die Chokebedienung auf der linken Seite, wenn der Chokehebel nach oben zeigt, der Choke also auf ist.



    f6c8744chokemechanikrn5kk3.jpg


    So steht die Chokebedienung in der Stellung Choke "halb zu"



    f6c8745chokemechanikrjjktw.jpg


    Und hier ist die Chokebedienung am Ende ihres Arbeitsweges und die Chokeklappen sind zu.


    Wenn man von schräg unten kuckt, kann man erkennen, ob an den allen Vergasern die Messingstifte ausgefahren sind. Da ich seit dem Luftfilterwechsel und der Einweisung bei Berni keine Startprobleme habe, ist hier natürlich alles in Ordnung!


    Jetzt könnne wir die Deckel der Chokemechanik wieder anschrauben. Anschrauben in umgekehrter Reihenfolge, also mit der Schraube seitlich hinten beginnen!


    f6c8739abdeckungchokeyzkmh.jpg


    Wir müssen mit der einen Hand den Deckel fixieren und mit der andern Hand die Schraube auf dem Schraubedreher halten und gleichzeitig die Schraube durch den Deckel ins Gewindeloch fädeln. Das ist fummelig und wenn man abrutscht, dann fällt die Schraube zu Boden! Ist aber erst Mal diese Schraube eingesetzt, kann der Deckel nicht mehr runter fallen und man kann beide Hände benutzen um die Schraube im Schraubenloch einzusetzen.


    Beginnt man, wie ich, mit der Schraube oben, dann kann sowas passieren:


    f6c8737blendenschraub38jk6.jpg


    Seht ihr da in der Bildmitte, wie sie verheißend leuchtet? Mir ist die Schraube vom Schraubendreher geflitscht und weil ich den Deckel festhalten mußte, hat sie den Weg zwischen den Vergasern AUF DEN MOTR gefunden um mich von dort zu verspotten, das freche Ding.


    Weil das aber nicht zum ersten Mal passiert, habe ich Hilfmittel, mir solche Ausreißer zu angeln:


    f6c8738blendenschraubiwj7c.jpg


    Wie sagt eine Abwandlung von "Murphys Gesetzt: "Alles was schief gehen kann, geht auch schief!" zum Thema Fahrzeugreparaturen?

    "Ein Gegenstand der auf einen Motor fällt, kommt niemals am Boden an!"



    "Aber es lernt ungemein!"

    :tongue:

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

  • Wie EO beschrieben hat, ist es ganz wichtig, das beide Chokeantriebe vollständig schleißen! Deshalb prüfen wenn der Chokehebel ganz betätigt ist, auch beide Chokeantriebe geschlossen haben, also alle sechs Stifte aufgezogen haben. Am besten auf beiden Seiten mit der Hand prüfen, das kein Spiel mehr im Chokeantrieb ist. Gegebenenfalls nach stellen, wie EO es beschrieben hat!

    Noch was, wenn der Choke zu schwer geht, besteht die Gefahr das der Bowdenzug am Hebel des Lenkers ausreißt. In diesem Fall alles auseinander bauen und fetten!


    f6c8736vergaser1chokegskd6.jpg

    Schrauberbude Kiel, Fördestammtisch und Stammtisch Legendary!

    Berni # 17971  

  • Hallo zusammen,

    die Mechanik habe ich gefettet,

    was macht Ihr mit dem Bowdenzug, ich habe etwas WD40 verwendet,

    jetzt meinte ein Kollege, das das die innenliegende Führung angreift, besser Silikonspray nehmen ?

  • WD 40 schmiert nur sehr bedingt und ist zum dauerhaften schmieren nicht geeignet. Viele Züge heute sollen nicht mehr extra geschmiert werden, aber ob unser Chokezug auch Teflonbeschichtet ist weiss ich nicht.

    Viele
    Zweiradgrüße
    Urb #37586

    ich weiß gar nicht wohin mit den vielen Zylindern

  • Ich habe zur Gangbarmachung von alten Bowdenzügen (von1978) folgendes verwendet:


    Den Bowdenzug ausbauen und senkrecht hinhängen. Dann oben so lange WD 40 drauf sprühen bis das Zeug unten raustropft. Den Drahtzug immer wieder auf und ab bewegen. Einwirken lassen und wiederholen bis das WD 40 unten schnell und sauber raustropft. Am Besten über Nacht einwirken lassen. Danach mit Schmierstoff aus der Sprühdose fetten. Es gibt da Fette die vom Druckmittel relativ flüssig aus der Dose kommen, fließfähig sind und nach eniger Zeit verdicken und eben als Schmierfett wirken. Das Zeug kriecht in den Bowdenzug bevor es fest wird.


    Alternativ kann man den Bowdenzug mit frischem Motoröl fetten!


    Wenn der Bowdenzug werkseitig innen schon mit Teflon ausgestattet ist, dann kann man ihn fetten wenn er klemmt, weil dann ist sowieso irgendwas mit dem Teflon passiert.

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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