Kühlwasser wechseln

  • Kühlwasser wechseln

    Alle 2 Jahre (!!!) oder alle 36.000 km nach Wartungsplan.

    Bevor wir das Kühlwasser wechseln können, müssen wir wissen, was für ein Frostschutzkonzentrat im Kühlkreislauf ist. Es gibt zwei Sorten von Frostschutzkonzentraten. Mit Silikaten und ohne Silkate. Diese beiden Sorten dürfen niemals zusammen in einem Kühlkreislauf verwendet werden, weil sich die Korrossionsschutzwirkung des Konzentats aufhebt.


    Also kucken wir Mal in den Kühler:


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    Als erstes wird die Sicherungsschraube des Kühlerdeckels losgeschraubt.


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    Ein Blick in den Einfüllstutzen zeigt: Es ist GRÜN!!!


    Ich habe im Autoteilehandel hier in der Stadt nachgefragt, ob sie Kühlkonzentrat in Grün haben - hatten sie nicht und ohne genaue Bezeichung wußten sie nicht was sie bestellen sollen. Also habe ich mich entschlossen, um es beim näschten Kühlwasserwechsel leichter zu haben, die Farbe zu wechseln!


    Da ich aber nicht weiß was Grün für eine Spezifikation ist, muß ich den Kühlkreislauf spülen, bevor er neu befüllt wird!


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    Den Kühlwasserausgleichsbehälter habe ich 5 Mal bis oben mit Leitungswasser befüllt und mit einem langen Schlauch angesaugt und ablaufen lassen.


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    Die Kühlwasserablaufschraube sitzt unter der Wasserpumpe, vorne unten am Motor. sie hat eine 10ner Schlüsselweite.


    Bevor sie rausgedreht wird, kommt eine große Schüssel unter den Motor und der Kühlerdeckel muß abgenommen werden,


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    - weil, nur wenn Luft rein kann, kann das alte Kühlwasser raus!


    Die Kühlerablassschraube geht kratzig raus. Das Gewinde ist schon mit Sedimenten zugesetzt.


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    Frisches Kühlwasser ist klar und durchsichtig. Dieses ist von den Korrosionspartikeln trübe geworden.


    Das Kühlwasser läuft NICHT vollständig aus dem Kühlkreislauf. Ich habe die Ablasschraube wieder eingedreht und den Kühler mit Leitungswasser befüllt. Ungefähr 3,6 bis 3,8 Liter. Je schneller man einfüllt, desto weniger geht rein, weil das Kühlwasser durch eine winzige Ausgleichsbohrung im Thermostatventil fließen muß. Als das Wasser oben am Einfüllstutzen anstand, habe ich es wieder abgelassen. Die Brühe, die rauslief, sah wieder aus wie verbrauchtes Kühlwasser, obwohl es schon verdünnt war. Diesen Vorgang habe ich insgesamt 5 Mal durchgeführt. Beim letzten Mal lief das Wasser klar aus dem Kühlkreislauf.



    Die Kühlwasserablassschraube


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    Sie ist an der Spitze leicht konisch abgedreht. Das Gewinde hat an den vorderen Windungen Zähne. Wohl, damit sich die Schraube besser ins Innnengewinde krallt und um beim Rein- und Rausdrehen die Gewindegänge von Sedimenten frei zu räumen.


    Ich habe sie als erstes mit Armaturenfett geschmiert.


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    Das ist ein Silikonfett für Wasserhähne und Dichtungen, hitzefest bis 130°. Das gibt es im Sanitärfachhandel. Ich pflege damit auch die Mündungen der Kühlerschläuche auf der Innenseite. Das verhindert ein Festkleben auf den Stutzen.


    Nachdem ich die Schraube zum dritten Mal reingedreht hatte, hörte das kratzende Schaben auf. Vor dem endgültigen Reinschrauben habe ich die Schraube nochmals gefettet, damit das Fett die Gewindegänge vor einsickernden Sedimenten schützt.


    Als neues Kühlwasserkonzentrat habe ich G12+ Violett gewählt. Das gibt es quasi an jeder Ecke. Ich habe das Kühlwasserkonzentrat 1:1 mit destiliertem Wasser verdünnt. Dann habe ich gaaanz langsam ca 3,8 Liter des neuen Kühlwassers in den Kühler eingefüllt.


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    Jetzt muß auch noch der Kühlwasserausgleichbehälter nachgefüllt werden. Ist er leer, gehen bis zur Marke "Upper" ca 250 ml rein.


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    Als letztes den Kühlerdeckel wieder aufsetzen. Die Sicherungsschraube dreh ich erst wieder rein, wenn ich den Motor zweimal warm gefahren habe und er über Nacht wieder abgekühlt ist. Damit sollte sich möglicherweise im Kühlkreislauf vorhandene Luft durch den Kühlwasservorratsbehälter davon gemacht haben und durch das Kühlwasser aus diesem Behälter ersetzt sein. Zur Kontrolle halte ich den Füllstand im Kühlwasservorratsbehälter im Auge.


    Und jetzt warm fahren! Was für ein Spasss!


    Da verdünnte Kühlwasserkonzentrat, das übrig ist, fülle ich wieder in eine Konzentratflasche und beschrifte sie mit "1:1 verdünnt" mit einem permanent Marker. Damit kann ich bei Bedarf den Kühlwasservorratsbehälter nachfüllen. Außerdem passt das Zeug fürs Auto!


    Bei einem Kühlwasserwechsel im normalen 2-jährigen Intervall, läßt man das alte Kühlwasser raus und füllt mit neuem Kühlwasser gleicher Sorte wieder auf. Dann weiß man ja auch, dass das Kühlwasser nicht hoffnungslos übrlagert ist, wie in meiner Maschine.

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

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  • Mal eine Geschichte von mir aus Florida.

    Eine rote/schwarze Valkyrie übernommen und durchgecheckt.

    Öl, Wasser, Bremsen, Luft usw. geprüft, alles iO.


    Nach ca. 1500 km, in einem Naturpark, merkte ich bei langsamen Schritttempo fahren, das das Moped nicht mehr laufen wollte. Wasser noch mal geprüft. Seitendeckel ab, Wasserstand normal. Kühler angefasst, kalt!

    Ich bin die ganze Zeit ohne einen Tropfen Wasser gefahren! Die Temperaturüberwachung konnte nichts anzeigen, da kein Wasser im Kühler war und er nicht heiß werden konnte.

    Der Kühlerschlauch hatte unten am Motor ein Riss.

    Schlauch nachgesetzt, Wasser aufgefüllt, Motor lief wieder einwandfrei.


    Als die Maschine in Deutschland war, hat Honda Lang ihn zerlegt und durchgecheckt.

    Ergebnis, alles in bester Ordnung, keine Schäden!


    Mal so am Rande, was ein 6 Zylinder Boxer von Honda alles aushält.


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    Berni # 17971  

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