Schalldämpfer montieren

  • Einleitung

    Nachdem die Schalldämpfer abgebaut sind, haben wir die gute Gelegenheit einmal den Chrom an den unzugänglichen Stellen aufzuarbeiten,


    Ich zeige hier den Vergleich vorher/nachher, nachdem ich eine Seite aufpoliert hatte:


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    Besonders drastisch sieht man den Zustand hier an der Unterseite der Mündungsblende. Da saß großflächig Rost auf dem Chrom. Da ich mit "Never Dull" dagegen nicht ankam, habe ich eine halbe Tube "Elsterglanz Chrompflege" verbraucht um die Oberfläche ordentlich zu reinigen.


    ...wird fortgesetzt, aber nicht mehr heute...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

  • Tipp, drehe alle Schrauben der Blenden raus und mit Fett wieder rein!

    Und die Laschen der großen Blenden einfetten, die gammeln gerne weg!

    Schrauberbude Kiel, Fördestammtisch und Stammtisch Legendary!

    Berni # 17971  

  • Nachdem die Schalldämpfer wieder "schön" sind, geht es an die Montage.

    Schrauben zurechtlegen, dass sie in Griffweite sind. Die Schraubegewinde an der Aufpuffanlage fette ich mit Kupferpaste.


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    Die Stehbolzen für die Krümmer habe ich mit einer kleinen Drahtbürste gebürstet um mögliche Feststoff von den Gewinden zu entfernen. Dann habe ich auch diese leicht mit Kupferpaste gefettet.


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    Als letzter Schritt vor der Montage wird der Soziarastenhalter am Schalldämpfer befestigt.


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    Die Hutmuttern sind nur leicht aufgedreht. Der Fußrastenhalter muß sich am Schalldämpfer noch bewegen können! Sonst kann man den Schalldämpfer nicht am Rahmen ansetzen.




    Ansetzen des Schalldämpfers

    Es erleichtert die Sache ungemein, wenn man einen Helfer hat. Am Motor müssen die Krümmeröffnungen mit einer seitlichen Bewegung unter die Krümmerbolzen gebracht werden und dann nach oben angehoben. Hinten muß der Schalldämpfer gleichzeitig dicht an das Hinterrad herrangebacht werden. Dann angehoben und dabei leicht so gedreht, dass der Soziusfussrastenhalter leicht nach außen kippt. Dann den Schalldämpfer ein klein wenig vom Rad weg bewegen und die ausgebördelten Kanten des Fussrastenhalters über die Laschen mit den Schraubgewinden am Rahmen stülpen.

    Soweit die Theorie. Der vorhandene Kofferträger hemmt die Bewegungsfähigkeit, dass ich kurz überlegt hatte, ihn auch noch zu demontieren. Ich habe mehrmals angesetzt bis ich den Schalldämpfer in Position hatte. Mal rutscht er vorne von den Krümmerbolzen, dann verklemmt er sich hinten am Rohr des Kofferträgers. Ist er in Position, muß man auch sofort eine Schraube für den Fussrastenhalter parat haben und eindrehen, damit das Gewerks nicht wieder runter rasselt. Und wenn man die Schraube reindreht, dann hält man das hintere Ende des Schalldämpfers nur mit einer Hand!

    Einen Helfer zur Hand zu haben, ist somit eine gute Idee!


    Ich hatte auf der schwierigen, der rechten Seite begonnen. Nachdem der Schalldämpfer mit den beiden Schrauben des Fussrastenträgers lose fixiert, aber NICHT festgeschraubt ist, können jetzt vorne die Krümmermuttern auf die Bolzen geschraubt werden.


    Wie schon bei der Demontage zu sehen war, ist an die inneren Krümmerbolzen auf der rechten Motorseite nicht dran zu kommen. Wenn ihr also in einer Großstadt wohnt, wendet ihr euch an den gut sortierten Werkzeugverleih vor Ort und leiht euch einen Wartungsjapaner mit original japanischen Bonsai-Händen. Am besten einen von Matsushita! Da ich "auf dem Dorpe" wohne und weit und breit kein gut ausgerüstetere Werkzeugverleih vorhanden ist, muß ich mir mit dem Behelfen, was da ist:


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    Die zarten Hände meiner Ehefrau (der besten von allen!)


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    Wie sagt sie bei solchen Gelegenheiten immer: "Ich weiß gar nicht, wieso du dich so anstellst. Da muß man doch nur hinfassen und die Mutter drauf drehen!?"

    Nunja, ich würde an dieser Stelle auch Kinderarbeit in Betracht ziehen. Wesentlich ist, sie hat mir die 3 inneren Krümmermuttern auf die Bolzen gedreht, soweit wie sie es konnte.


    Ich habe dann einmal versucht mit den bei mir verfügbaren dünnen Verlängerungen, Flexwellen und kardanischen Gelenken irgendwie an die inneren Krümmermuttern zu kommen.


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    Am 3. Zylinder muß die Mutter erst mit dem schmalen Ringschlüssel ein weites Stück den Bolzen rauf geschraubt werden, bevor sich die 10ner Nuss mit dem kleinen Kardan-Zwischenstück auf die Mutter schieben läßt. Die kommt nämlich so schräg von der Seite. Aber, ich kann die Mutter mit der Knarre fest ziehen.


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    Am 1. Zylinder ist gar kein dran kommen. Da habe ich die Mutter mit dem Ringschlüssel gedreht.


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    Am 5. Zylinder versuche ich die Nuss mit der Flexwelle aufzusetzen, aber es geht nicht, weil die Nuss das Krümmerrohr berührt und sie sich nicht senkrecht stellen läßt um auf die Mutter zu gleiten. Also habe ich auch hier den Ringschlüssel bemüht.


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    Die drei äußeren Muttern sind mit einer Verlängerung leicht senkrecht von unten zu erreichen. Das gleiche gilt für alle 6 Krümmermuttern auf der linken Seite.


    Das Mittel der Wahl:


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    Verlängerung mit Kardan-Gelenk


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    Flexwelle



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    und starre Verlängerung!


    Auf der linken Seite sind die schnell montiert!


    Die Krümmermuttern werden mit nur 10 Nm angeschraubt. Das ist "leicht handfest". Ihr könnt ja an den leicht erreichbaren Muttern mit dem kleinen Drehmomentschlüssel "üben" um ein Gefühl dafür zu bekommen wie wenig Druck das braucht um die 10 Nm zu erreichen.


    Ihr tut der Auspuffanlage und dem Motor "KEINEN" Gefallen, hier mit zuviel Kraft dran zu gehen!!! Lieber eine zu lose gedrehte Mutter während der Fahrt verlieren und neu beschaffen, als einen abgerissenen Bolzen aus dem Zylinderkopf zu bohren!


    Nachdem die Krümmermuttern fest geschraubt sind, ziehen wir die Schrauben hinten am Schalldämpfer fest.


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    Erst die beiden Halteschrauben des Fußrastenträgers, dann die Halteschraube des Kofferträgers. Als letztes die beiden Hutmuttern am Schalldämpfer.


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    Die Auspuffanlage ist wieder montiert!

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

  • Und nachdem der Auspuff montiert ist, darf auch wieder die Blende der Fussbremspumpe zurück an ihren Platz!


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    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

  • Dieses 'Elsterglanz chrompflege' werde ich mich nächtes mal wenn ich wieder in Herford bin mal besorgen lassen. Kennen wir hier in Holland nicht...aber wenn ich das Resultat so sehe kann ich das schon brauchen. :top::top::top:

    En voor je het weet is het weer zomer. :P


  • Zitat

    Die Krümmermuttern werden mit nur 10 Nm angeschraubt. Das ist "leicht handfest". Ihr könnt ja an den leicht erreichbaren Muttern mit dem kleinen Drehmomentschlüssel "üben" um ein Gefühl dafür zu bekommen wie wenig Druck das braucht um die 10 Nm zu erreichen.

    Waterbrunn, ich habe mich jetzt nicht weiter belesen, was das Drehmoment angeht. 10Nm sind ja nun wahrlich nicht viel. Hast du eine Ahnung, wann man die Schraubverbindungen (Kilometer) noch einmal kontrollieren sollte?


    Gruß Henry

    Henry #37669

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    SACHSEN-ANHALT

  • Wenn du Zeit hast und es für wichtig hältst. Es ist doch die Frage: "Warum lockert sich eine Schraubverbindung?" Da gibt es nur zwei Möglichkeiten. 1. Durch Vibrationen, wie z. B. bei den alten Harleys. Deren Fahrer hatten immer einen Beutel mit Ersatzschrauben an Bord. 2. Hitze und Abkühlung, aber nur in Verbindung mit Vibrationen.

    Allerdings haben wir am Walkürenmotor keine ernsthaften Vibrationen. Und das sich eine Schraube bei Hitze löst, bedeutet, dass du sie zufällig genau um dieses Bit zu wenig angezogen hast, dass sie sich löst, wenn sie heiß wird. Wenn du also die gefettete (!) Mutter leicht Handfest anziehst, ist das allemal ausreichend. Die Krümmer werden auf jeder Seite von 6 Muttern gehalten. Wenn sich da Mal eine löst, braucht die noch sehr lange bis sie sich wirklich komplett vom Bolzen gedreht hat. Und selbst wenn eine verloren geht, da sind immer noch 5, die übrig sind. Ich halte es für gefährlicher die Muttern aus Sorge, es könnte nicht halten, ZU FEST anzuziehen. Das macht langfristig mehr Probleme, weil die nämlich, wenn sie nur häufig genug Nass wurden und immer wieder heiß wurden, zum Schluß garnicht mehr abgehen.

    Und wenn du bei jedem Reifenwechsel die Auspuffanlage abbaust um dann beim Einbau die Muttern wieder zu fetten, bekommst du mit der Zeit das richtige Gefühl für das notwendige Drehmoment, weil du nämlich selber spürst wie leicht oder schwer sich die Muttern lösen lassen, nachdem sie ein oder zwei Jahre am Mopped hingen. Bei regelmäßiger Pflege sollte sie immer leicht gehen! Nicht so, wie an meinem Mopped, wo auch Schrauben, die schon werkseitig zu stark angezogen wurden, sich nur mit größtem Kraftaufwand lösen lassen - nach 20 Jahren...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

  • Danke erst einmal für deine ausführlichen Informationen. Ist einleuchtend, was du schreibst. Die Muttern habe ich mit Kupferpaste bestrichen und dann gehe ich mal davon aus, dass diese sich u.U. wieder gut lösen lassen.

    Henry #37669

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    SACHSEN-ANHALT