Wartungsarbeiten an einer Maschine ohne Wartungsnachweis

  • Letztes Wochenende habe ich endlich die Verkabelung der Zusatzscheinwerfer fertig gestellt. Ich habe insgesamt etwa 100 Krimpungen gesetzt. Das dauert!


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    Die Kabelbäume und auch die verschiedenen Einzelleitungen haben kleine Fahnen aus Tesafilm bekommen, auf denen zu lesen ist, welche Bedeutung die Kabel haben. Das erleichtert später die Arbeit an dem Gewerks. Ich weiß, das sieht immer noch verwirrend aus. Aber in Verbindung mit den Schaltplänen, die ich gezeichnet habe, ist das nachvollziehbar. Ich werde die Schaltpläne veröffentlichen, wenn ich sie noch einmal in Reine gezeichnet habe.


    f6c1655kabelbaumzusat35kqt.jpg


    Die Kabel, die ich für den Anschluss der Zusatzinstrumente einzeln am Rahmen lang gezogen habe, sind mittlerweile zu einem eigenen Kabelbaum angewachsen. Da das "historisch gewachsen" ist kann ich die Kabel nicht mehr in ein Bourgierrohr stecken. Also habe ich eins aufgeschnitten und im Bereich des Lenkkopfes um diesen Kabelstrang gewickelt.


    f6c1676kabelbaumzusatirkzf.jpg


    Das schwarze Kabel, das da aus dem Bourgierrohr rausgeführt ist, ist die Stromversorgung für das Navi.


    Und nachdem ich mit der Verkabelung fertig bin, kommt mir der Gedanke, dass es keinen Grund gibt diese ganzen zusätzlichen Kabel und Stecker in das Lampengehäuse zu führen. Es wäre sinnvoller die Verbindungen vor dem Lenkkopflager im Rahmen zu machen, da wo die 4 Stecker sitzen, die den Motor-Nebenkabelbaum anschließen. Aber wie heißt es so schön: "Hinterher ist man immer klüger!"


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    Als letztes habe ich die Zuleitung zum Voltmeter mit einer fliegenden Sicherung abgesichert.


    Wieder einen Schritt weiter!

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

    Rollender Donner und schweres Metall tragen mich wie ein Sturmwind über das Land!

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  • Nachdem ich nun im Zuge des Motortauschs auch den Luftfilterkasten wieder eingebaut habe, zeigt sich, das dort:


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    Links am Gabelkopf genug Platz ist um die Verkabelung und Stecker der Zusatzinstrumente und der Zusatzscheinwerfer unterzubringen.


    Hinterher ist man immer klüger!

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  • Ein kurzer Zwischenstand:

    Heute habe ich die Zusatzelektrik fertiggestellt. Außerdem habe ich den Benzinleitungs-Schnellverbinder montiert. Das hat gut geklappt. Man muß den Tank immer noch anheben und mit einem Kantholz stützen, weil der Teil mit dem Verbinder nach der Montage zwischen den Zündspulen sitzt. Da kommt man bei aufgesetztem Tank nicht dran.

    Der Verbinder funktioniert gut. Ein Knopfdruck und die Benzinleitung springt auseinander. Beim Zusammensetzen drückt man mit zwei Fingern die Teile zusammen. Das rastet dann ein und verriegelt automatisch. Das funktioniert gut. Fotos liefere ich noch nach.


    Dann habe ich die Batterie, die ich vor 4 Tagen aufgeladen hatte, wieder montiert. Der erste Startversuch war fällig:

    Zündung an, Starterknopf gedrückt - es ertönte ein leises "Klick" und das wars -

    Zündung aus.

    Neuer Versuch - Zündung an - die Öldruckleuchte leuchtet auf und verglimmt.

    Zündung aus, Zündung an - Ein Druck auf den Hupenknopf - Stille. Die Verbraucher scheinen nicht mehr zu funktionieren!

    Zündung aus, Zündung an - Blinker links - Nichts!

    Ich mache die Zündung aus und grübele - Verharztes Fett auf den Kontakten der Schaltkapsel des Zündschalters???

    Zündung an - Hupe gedrückt: Es hupt laut und kurz!

    Die Öldruckleuchte verglimmt.


    Da ich mich ums Mittagessen kümmern mußte habe ich erst Mal abgebrochen. Heute Abend, gegen 22:30 schaue ich nochmal nach dem Mopped. Zündung an: Die Öldruckleuchte leuchtet kurz auf und verglimmt. Die Uhrzeit der analogen Uhr meiner Zusatzinstrumente zeigt ca 12:15. Ich hatte sie um 12:05 gestellt.


    Die Batterie ist leer, bzw. kaputt! Ich weiß natürlich nicht wie alt diese Batterie ist. Ich weiß auch nicht, ob ich morgen noch eine neue Batterie bekomme. Egal, Schritt für Schritt zum "kontrollierten Wartungszustand"!!!


    Ich weiß auch noch nicht, ob die Kupplung trennt...

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • es gibt eine Batterie von Motobatt die ist genauso groß wie unsere originale ist eine Agm mit 2,5 AH mehr Leistung und mit 2 Zusatpolen für Verbraucher, falls Du Interesse hast, schicke ich ein Foto mit der genauen Typenbezeichnung.

    Viele
    Zweiradgrüße
    Urb #37586

    ich weiß gar nicht wohin mit den vielen Zylindern

    Gl 1800 C F6C

  • Hallo Urb,

    danke für das Angebot. Ich werde eine Standard-Batterie von Saito nehmen. Die kann ich vielleicht morgen bei Louis in Osnabrück bekommen. Die kostet 40,- €. Das ist zur Zeit für mich eine Kostenfrage, denn alles an meinem Mopped in den KWZ zu versetzen hat bis jetzt schon ziemlich viel Geld gefressen. Zwar immer in "kleinen Beträgen", aber das läppert sich. Die Zusatzverbraucher hängen bei mir an einem zusätzlichen Sicherungskasten mit 4 Sicherungen. Die Fotos liefere ich noch nach. An der Batterie ist nur der Überspannungsschutz angeschraubt. Mittlerweile herrscht in meiner Elektrik Ordnung!


    Gruß, EO

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Hier nochmal zum Vergleich:


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    So habe ich die Zusatzelektrik für Navi und Zusatzscheinwerfer vorgefunden. Funktionierte, war aber nicht betriebssicher. Und ihr erinnert euch: Lüsterklemme => Stresspustel!


    f6c1859sicherungenzusf5jrv.jpg


    Nachdem Berni mein Provisorium aus verzweigten, fliegenden Sicherungen gerügt hatte, bin ich Roberts Vorschlag gefolgt und habe mir einen Zusatzsicherungskasten für 4 Sicherungen besorgt. Die oberen beiden Sicherungen sichern den Batteriestrom, der über die Relais auf die beiden Zusatzscheinwerfer geschaltet wird. Der Sicherungskasten wird mit einer fliegenden Sicherung von der 55A-Sicherung der Lima abgegriffen.

    Die 3. Sicherung sichert den Batteriestrom für die Uhr bei den Zusatzinstrumenten. Die 4. ist optional. Möglicherweise für eine analoge Helmgegensprechanlage.


    f6c1858relaisfuerzusak6j1v.jpg


    Die Relais liegen unter dem Sitz vor dem Batteriekasten.




    f6c1865neuebatteriebe92kiq.jpg


    Nachdem dann endlich die neue Batterie befüllt und aufgeladen war, konnte ich heute einen zweiten Startversuch machen.


    Zündschalter auf "ON", die Öldruckkontrollleuchte leuchtet hell, die Neutralleuchte ebenfalls. Alle elektrischen Funktionen sind vorhanden, die Zusatzscheinwerfer funktionieren auf Knopfdruck. Alles richtig verdrahtet!


    Dann der Start. Es sind 18° und ich lasse den Choke erst Mal geöffnet. Ein Druck auf den Starter und der Anlasser orgelt kraftvoll los - keine Zündung. Das war aber Absicht. Der Motor sollte erst Mal Öldruck aufbauen und den Ölkreislauf wieder befüllen.


    Choke zu bis Anschlag, ein weiterer Druck auf den Anlasser und der Motor kommt sofort. Der Choke läßt ihn hochdrehen:


    f6c1866tauschmotorgesxqkg6.jpg


    Läuft leise säuselnd, als hätte Berni ihn gestern erst in der Schrauberbude ausgemacht. Guter Motor! Das Voltmeter ist Klasse. Wenn das ausgeht, liefert die Lima keinen Strom mehr. Das zeigt auch erst dann an, wenn der Motor läuft, weil es direkt an der Lima angeschlossen ist.

    Die Tankanzeige zeigt auch wieder korrekt an. Ich habe die Zuleitung zum Geber erneuert. Die zeigte vorher nur "halb voll" als niedrigsten Pegel an.

    Ich habe den Motor etwas laufen lassen. Als die Auspuffanlage begann heiß zu werden, fingen die Auspuffrohre an zu qualmen, weil das Fett anfing einzubrennen. Ich habe den Motor wieder ausgemacht. Da war ja noch das Problem mit der Kupplung. Ich habe also den 1. Gang eingelegt. Erst fühlte es sich an, als würde die Kupplung nicht trennen. Ich habe dann die Maschine bei gezogener Kupplung vor und zurück geruckelt. Der Widerstand wurde immer geringer und dann ließ sich die Maschine vorwärts schieben. Die Kupplung trennte! Nicht dass ich euch nicht einen Faden "Kupplung ausbauen" gönnen würde, aber ehrlich gesagt mach ich lieber die Wartung fertig und bringe die Maschine wieder auf die Strasse.


    "Zeit wird´s ja!"


    Morgen Vormittag lade ich die fehlenden Bilder hoch.

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Dass der Motor läuft stand ja außer Frage. Sorge machte mir nur die Kupplung und dass ich einen Fehler bei der Verkabelung der Zusatzelektrik gemacht hätte oder eben einen der Stecker des Motornebenkabelbaums nicht richtig zusammengedrückt. Es gibt genug Möglichkeiten für unbeabsichtigte Fehler.

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  • Motortausch, ein Fazit

    Schraubertechnisch stellt der Aus- und Einbau des Motors einer Walküre keine Herausforderung dar. Es ist eher eine Arbeit der hundert Schritte, bei denen die richtige Reihenfolge eingehalten werden muß. Notwendig ist mindestens ein Kern Stabi Motorradheber mit dem der Motor aus dem Rahmen gesenkt und seitlich rausgezogen wird. Natürlich benötigt man auch noch einen Montageständer für das Vorderrad, wenn man keinen Hauptständer hat. Dass ich einen Bolzen der Lichtmaschine abgedreht habe war eher meiner Faulheit geschuldet. Statt in den Keller zu gehen und mein Heißluftgebläse zu holen, habe ich versucht, ob der Bolzen nicht doch hält. Sowas passiert nunmal, wenn man an einem 20 Jahre alten Fahrzeug schraubt. Der Fehler ist ja auch leicht zu beheben.

    Ich habe alleine gearbeitet um zu sehen, ob das überhaupt möglich ist. Es geht also auch ohne umfassend ausgestattete Moppedwerkstatt. Und hier liegt der Knackpunkt. Wer diese Arbeit einer Fachwerkstatt überläßt, wird arm. Es ist ja zu sehen wieviel Arbeitsstunden benötigt werden um einen solchen Motorwechsel zu bewerkstelligen. Wenn ich da dann einen Stundensatz von 65,-€ pro Stunde ansetze, ist es besser eine Schrauberparty zu organisieren, mit einem Hauptschrauber, einem Handlanger und einem der die Bauteile baugruppenweise beschriftet und eintütet und für Grillwurst und Getränke sorgt. Dann sollte diese Arbeit an zwei Tagen zu schaffen sein. Wenn man einen Plan hat, aber den habe ich ja jetzt fertig gestellt.


    Natürlich kam das für mich unpassend. Ich wollte eigentlich diese Arbeiten auf die nächsten zwei Jahre verteilen. Auf der anderen Seite habe ich jetzt eine ordnungsgemäße Zusatzelektrik, ich versteh die Elektrik an der Maschine, alle Schrauben sind gelöst und gefettet wieder eingesetzt. Der Wartungsstau ist deutlich reduziert worden. Außerdem habe ich die Maschine jetzt "im Kopf". Zeig mir ein Teil und ich sage dir wo das hingehört und worauf du achten mußt um es einzubauen.


    Die philosophische Frage ob man besser den Motor absenkt oder den Rahmen vom Motor hebt würde ich jetzt mit "sowohl als auch" beantworten. Lassen wir mal die Frage ob man überhaupt einen Kran oder Flaschenzug zur Verfügung hat um den Rahmen abzuheben, außen vor. Wenn man den Rahmen abheben will, muß der Luftfilterdeckel abgeschraubt werden um die Stecker des Motornebenkabelbaums trennen zu können. Das wird fummelig und geht nur, wenn man weiß, wie die Stecker entriegelt werden. Dann den Kühler abbauen, den Nebenkabelbaum vom Rahmen fummeln. Zusätzlich müssen der Chokezug und die Gaszüge abgeschraubt werden. Außerdem muß man alle drei Zündspulen abschrauben und auf den Motor legen. Dann können die Motorhaltebolzen entfernt werden und der Rahmen weggehoben oder falls möglich der Motor so weit abgesenkt, dass er vielleicht auch mit aufgesetztem Luftfiltergehäuse ohne Luftfilterdeckel aus dem Rahmen geht. Wenn ich mir nachträglich anschaue wie ich rumgefummelt habe um die Zündkabel wieder unter die Vergaser zu fummeln oder die Schläuche des Luftfilterkastens anzuschließen, so scheint mir das doch sehr viel einfacher wenn der Rahmen eben nicht im Weg ist und man rundum leicht rankommt. Ich werde das auf jeden Fall einmal ausprobieren, wenn ich meinen kaputten Motor nach erfolgreicher Reparatur wieder in den Rahmen schraube.


    Jetzt muß ich noch den Einbau der Mittenverkleidung beschreiben, Den Riemenantriebsdeckel und den Sturzbügel wieder montieren, eine Probefahrt machen und dann einen Ölwechsel.

    "Es geht voran!"

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Nun habe ich die erste Testfahrt gemacht. Zur Tanke den Reifendruck kontrollieren bevor ich die Koffer wieder anbaue. Außerdem habe ich dem Motor einen Innenreinigung verpasst und gleich lasse ich das Motoröl ab.

    Die Kupplung trennt. Der Motor läuft ruhig. Allerdings trennt die Kupplung nur auf den letzten 10 mm des Hebelwegs.


    Was bedeutet das? Ist das ein Hinweis, dass die Lamellen runtergeschliffen sind? Außerdem habe ich Sorge, das der Kupplungsnehmerzylinder undicht ist. Das muß ich bei einer längerne Testfahrt kontrollieren.


    Es bleibt spannend.

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  • Ich hatte das auch mal ähnlich.

    Danach fing es an, dass sie im warmen Zustand

    losrollte, bei gezogener Kuplung.


    Frank hat danach die Flüssigkeit getausch, gegen

    hochwertigere !


    Danach war es vorbei !

    Gruß Martin C
    VRCC # 18932


    ....... mein Freund du musst dich mal entscheiden, das Leben.........

  • Vielen Dank, genau auf solche Hinweise habe ich gehofft. Ich werde also die Kupplungshydraulik nochmal entlüften.

    :thumbup:

    EO von Waterbrunn #38689 Einer von Hundert

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  • Moin, ich habe ein ähnliches Problem. Bei mir trennt die Kupplung nach längerem Stehen nicht mehr. Ist der Motor dann allerdings einmal gestartet ist alles in Ordnung. Ist der Motor hingegen noch warm trennt die Kupplung allerdings einwandfrei.